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Langemarck—historisch und symbolisch
Author(s) -
Lehnert Herbert
Publication year - 1987
Publication title -
orbis litterarum
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.109
H-Index - 8
eISSN - 1600-0730
pISSN - 0105-7510
DOI - 10.1111/j.1600-0730.1987.tb00577.x
Subject(s) - philosophy , humanities
Das Bild von stürmenden Freiwilligen, die 1914 bei Langemarck das Deutschlandlied singen und sich opfern, wurde in deutschen literarischen Werken und in politischen Reden zu einem Symbol, das Selbstopfer in einem nationalen Krieg als moralische Pflicht hinstellte. Diese Pflicht zum Selbstopfer wurde von dem national‐sozialistischen Regime in Deutschland mißbraucht. Der Aufsatz untersucht die Entstehung der Autorität literarischer Symbole im Kontext der deutschen literarischen und bildungsbürgerlichen Tradition und unter dem Einfluß der ersatzreligiösen Tendenzen in der Literatur, die Entstehung des Bildsymbols “Langemarck” aus den historischen Ereignissen und einem täuschenden Heeresbericht, einige literarische Ausprägungen dieses Symbols, sowie die Kriegsszene in Thomas Manns Der Zauberberg , in der die moralische Bedeutung des Symbols schon bezweifelt wird. Literarische Sprache verläßt den Bereich ihrer Gültigkeit, wenn sie den Spielcharakter der Literatur aufgibt. Dann darf und muß sie moralischen Beurteilungen ausgesetzt werden.

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