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Ökologie und Brutpflanzen europäischer Prachtkäfer (Col., Buprestidae)
Author(s) -
Hellrigl K. G.
Publication year - 1978
Publication title -
zeitschrift für angewandte entomologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.795
H-Index - 60
eISSN - 1439-0418
pISSN - 0044-2240
DOI - 10.1111/j.1439-0418.1978.tb04038.x
Subject(s) - political science , humanities , gynecology , art , medicine
Zusammenfassung Es wird ein zusammenfassender Überblick des derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes über Ökologie und Brutpflanzen europäischer Buprestidae gegeben. Die Notwendigkeit einer solchen umfassenden Aufstellung ergab sich einerseits aus dem bisherigen Fehlen einer entsprechenden vollständigen Liste mit detaillierten Brutpflanzenangaben und Autorennachweis in der phytopathologischen Fachliteratur, andererseits erschien es notwendig durch eine kritische Revision und Überprüfung auf Herkunft und Authentizität der einzelnen Angaben, vor allem die zahlreichen Falschmeldungen (F) auszuschalten, die sich im Laufe der Zeit in der Literatur angesammelt hatten. Durch weitgehende Einbeziehung von neueren Erkenntnissen, vor allem auch aus faunistischen Publikationen, die in der angewandten Entomologie bisher zu wenig Beachtung fanden, wurde versucht das Gesamtbild zu erweitern. Auf Grund dieser sowie der für den Großteil der angeführten Arten vorliegenden langjährigen persönlichen Eigenbeobachtungen und Zuchterfahrungen durch den Verfasser (A!), wurden die Ergebnisse zusammengefaßt und kritisch kommentiert. Einleitend wird ein kurzer allgemeiner Überblick über Entwicklungsbiologie und Ökologie der Prachtkäfer gegeben. Es wird darauf hingewiesen, daß die Buprestiden hinsichtlich der Wahl ihrer Brutpflanzen, eine ausgeprägte Tendenz zu vikariierender, enger ökologischer Nischenbildung und Spezialisierung erkennen lassen. Sie beschränken sich dabei meist auf den Befall nahe verwandter Pflanzenarten und Pflanzengattungen, sind also vorwiegend stenophag bis oligophag, hingegen eher selten echt polyphag. Die Imagines fast aller Arten verüben einen Reifungsfraß teils an Blüten, teils an Blättern, mitunter auch an brutfremden Pflanzen. Auf die Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen tatsächlicher Brutpflanze und brutfremden, lediglich angeflogenen Fang‐ und Schwärmbäumen, einer noch ungeklärten, leicht zu Verwechslung führenden Eigenheit in der Ethologie der Buprestiden, wird hingewiesen. Von den in Europa vorkommenden etwa 200 Buprestidenarten, leben 20% an Nadelholz, 50% an Laubholz und 30% an niederen Pflanzen. Von wirtschaftlichem Interesse für Forstwirtschaft und Obstbau sind vornehmlich Vertreter der beiden ersten Gruppen, die hier auch bevorzugt besprochen werden.