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Beiträge zur Morphologie und Biologie von Meteorus fragilis Wesm. (Hym. Brac.) ‐ ein Endoparasit des Mondvogels Phalera bucephala L. (Lep., Notodontidae)
Author(s) -
Madel Günter
Publication year - 1963
Publication title -
zeitschrift für angewandte entomologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.795
H-Index - 60
eISSN - 1439-0418
pISSN - 0044-2240
DOI - 10.1111/j.1439-0418.1963.tb02880.x
Subject(s) - microbiology and biotechnology , physics , biology , humanities , gynecology , philosophy , medicine
Zusammenfassung 1. Morphologie und Anatomie Meteorus fragilis besitzt 3 Larvenstadien, die sich besonders durch ihre Kopfkapselform voneinander unterscheiden lassen. Die Larven aller Stadien besitzen 12 Segmente und einen Schwanz, der sich fortschreitend vom 1. bis zum 3. Stadium verkürzt. Eine strukturierte Chitinplatte verschließt den After im 1. und 2. Larvenstadium; im 3. Stadium fehlt diese Platte, der After ist also geöffnet. Der obligatorische Verschluß zwischen Mittel‐ und Enddarm wird durch die stark vergrößerten Darmepithelzellen gebildet. Er ist bei allen 3 Stadien vorhanden und verschwindet erst nach Abschluß des Kokonbaues. Der Darm mit den Malpighischen Gefäßen, die Spinndrüsen und das Tracheensystem aller Stadien sind im Text genauer beschrieben. Der Kokon von Meteorus fragilis ist eiförmig und setzt sich aus mehreren Spinnfädenlagen zusammen. 2. Die Biologie1 Der optische Sinn dient der direkten Wahrnehmung der Wirtsraupe und löst den Anstichreflex bei dem Schlupfwespenweibchen aus. Der Anstich erfolgt wahllos am ganzen Körper. Nur die harte Kopfkapsel ist davon ausgenommen. 2 Je Anstich wird stets nur ein Ei in die Wirtsraupe abgelegt. Das Ei flottiert frei in der Leibeshöhle oder kann zeitweise verankert sein. Es erfährt während seiner Entwicklung eine starke Volumenzunahme. 3 Das Schlupfwespenweibchen vermag parasitierte und unparasitierte Raupen nicht voneinander zu unterscheiden. Es kommt deshalb häufig zum Superparasitismus. In superparasitierten Raupen entwickelt sich nur eine Larve. Alle anderen gehen frühzeitig zugrunde. 4 Die Eihüllen werden nur durch Bewegungen der Larve ohne Beteiligung der Mandibeln gesprengt. 5 Die Larve des 1. Stadiums ist im Wirt verschieden orientiert und nährt sich vorwiegend von der Wirtshaemolymphe. Das sich gleichfalls von Wirtshaemolymphe ernährende 2. Larvenstadium zeigt ein sehr schnelles Wachstum. Alle Larven dieses Stadiums haben die gleiche Orientierung im Wirt. Die erwachsene Larve des 2. Stadiums bohrt sich aus dem Wirt heraus; wobei die Häutung zum L 3 ‐Stadium beginnt. 6 Die Raupenhaut wird im Gegensatz zur Eihülle mit den Mandibeln durchbrochen. Während des Schlüpfens der Larve aus der Wirtsraupe wird die Häutung zum L 3 ‐Stadium vollendet. Der Wundverschluß wird von der KK des L 2 ‐Stadiums gebildet. 7 Die auskriechende Larve befestigt an einer Unterlage den von ihr sezernierten Spinnfaden und beginnt in diesem kopfaufwärts hängend mit dem Kokonbau. Die äußere Kokonhülle wird von einem Einfachfaden, die innere von einem Doppelfaden gebildet. Die Dauer des Kokonbaues beträgt ca. 24 Stunden. 8 Die schlüpfenden Imagines verlassen den Kokon an dessen unterem Pol. Zuerst schlüpfen die Männchen aus. 9 Eine echte Begattung wurde nie beobachtet; die Weibchen zeigten im Labor eine arrhenotoke Parthenogenese. 10 Die mögliche Bionomie von Meteorus fragilis wird an Hand einer graphischen Darstellung aufgezeigt.Der Schluß der Arbeit enthält einige Bemerkungen zur Verbreitung von Meteorus fragilis in Deutschland. Summary The morphology, anatomy and biology of the Braconid Meteorus fragilis Wesm., an endoparasite of Phalera bucephala L. (Lep., Notodontidae), are described. M. fragilis has three larval stages each of which possesses a head and twelve identical body segments. The first instar is characterized by the long tail which is progressively shortened in the following stages. The head capsule differs considerably in the different instars, it is described in detail. The 1st and 2nd instars have an anal closure in addition to the obligatory mid and hind gut closure. The parasite attacks mainly the first instar larva of P. bucephala. The eggs are always laid singly. Superparasitism occurs frequently, however, as the Meteorus females cannot distinguish parasitized from unparasitized caterpillars. In such cases only one larva develops. The parasite egg develops in the body cavity of the host and increases considerably in size. The first and second larval instars feed on the haemolymph of the host. The second instar grows very quickly and bores its way out of the caterpillar by means of its mandibles. Moulting to the third instar takes place as the larva leaves the host, the exuvium of the second instar seals the exit hole. The third instar builds a coccoon which has single fibres externally and double fibres internally. The adult leaves the coccoon through its lower pole, the males emerge first. Copulation was not observed in the laboratory, the female exhibits arrhenotochous parthenogenesis. Finally, an attempt is made to illustrate diagrammatically the possible bionomics of Meteorus fragilis as shown by the data obtained up to the present.