Premium
In‐vitro‐Studien zur Aminosäurenresorption
Author(s) -
Scharrer E.,
Brüggemann J.
Publication year - 1970
Publication title -
zeitschrift für tierphysiologie tierernährung und futtermittelkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.651
H-Index - 56
eISSN - 1439-0396
pISSN - 0044-3565
DOI - 10.1111/j.1439-0396.1970.tb00362.x
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , biology
Zusammenfassung An umgestülpten Dünndarmsäcken (Jejunum) erwachsener Ratten, die drei Wochen lang entweder eine kohlenhydratreiche Niedrigproteindiät (Gruppe NP; 11% Protein) oder eine Hochproteindiät (Gruppe HP; 73,5% Protein) erhalten hatten, wurde der aktive, intestinale Transport von 11 Aminosäuren (L‐Alanin, Glyzin, L‐Histidin, L‐Isoleuzin, L‐Leuzin, L‐Lysin, L‐Methionin, L‐Phenylalanin, L‐Serin, L‐Threonin, L‐Valin), die in äquimolarer Konzentration (1 mMol/l) im Inkubationsmedium enthalten waren, untersucht. L‐Prolin, das ebenfalls im Inkubationsmedium enthalten war, wurde nicht in die Untersuchungen einbezogen. Als Parameter für den Aminosäurentransport dienten jeweils die während der einstündigen Inkubation im serösen Medium der Darmsäcke eingetretenen Konzentrations‐ und Mengenzunahmen der einzelnen Aminosäuren. Die Aminosäurenkonzentrationen wurden mit Hilfe eines automatischen Aminosäurenanalysators bestimmt. Es wurden folgende Ergebnisse erhalten:1 Mit Ausnahme von Glyzin transportierten HP‐Darmsäcke jeweils signifikant größere Mengen an Aminosäuren entgegen einem Konzentrationsgefälle in das seröse Medium als NP‐Darmsäcke. 2 Sowohl bei Gruppe NP als auch bei Gruppe HP wurden neben L‐Lysin vor allem L‐Isoleuzin, L‐Methionin, L‐Valin und L‐Leuzin von den Darmsäcken bevorzugt transportiert. Für den Transport von L‐Histidin, L‐Serin, L‐Threonin und Glyzin dagegen ergaben sich bei beiden Versuchsgruppen extrem niedrige Werte. L‐Alanin und L‐Phenylalanin bilden bezüglich der Größe der Transportparameter den übergang zwischen den extrem gut und extrem schlecht transportierten Aminosäuren.Aus den Ergebnissen wird gefolgert, daß sich der aktive intestinale Aminosäuren‐transport bei proteinreicher Ernährung an die erhöhte Proteinzufuhr adaptiert. Die zwischen den einzelnen Aminosäuren hinsichtlich der Größe der Transportraten bestehenden Differenzen werden auf Unterschiede in der Affinität der einzelnen Aminosäuren gegenüber den intestinalen Aminosäurentransportsystemen zurückgeführt.