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über die Qualität des Wiesenfutters von verschiedenen Schwarzwaldstandorten unter besonderer Berücksichtigung der Gerüstsubstanzen und der Erdalkalität *
Author(s) -
Papendick K.
Publication year - 1958
Publication title -
zeitschrift für tierphysiologie tierernährung und futtermittelkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.651
H-Index - 56
eISSN - 1439-0396
pISSN - 0044-3565
DOI - 10.1111/j.1439-0396.1958.tb00291.x
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , physics , biology
Zusammenfassung An 36 Proben wurde die Qualität des Rauhfutters von verschiedenen Wiesenstand‐orten im südlichen Schwarzwald mittels chemischer Analyse untersucht. Die Fragen der Bewässerung und der Düngung wurden besonders berücksichtigt. Analytisch bestimmt wurden: Roheiweiß, Rohfett, Rohfaser , Rohasche, Zellulose, Pentosane, Lignin, Kal‐zium, Phosphor und Magnesium. Berechnet wurden: N‐freie Extraktstoffe, verdauliches Roheiweiß, Stärkeeinheiten , Summe der Gesamtkohlenhydrate (= Rohfaser + N‐freie Extraktstoffe), Summe der Gerüstsubstanzen, Restkohlenhydrate, Erdalkalität und Ca:P‐Verhältnis. (Die als Qualitätsmerkmale angeseheneri Stoffe und Stoffgruppen sind kursiv gesetzt.) Die einzelnen Proben wurden botanisch skizziert und nach Wiesentypen in Grup‐pen zusammengefaßt. Es wurden unterschieden: Kunstegart und Naturegart, Seggen‐wiesen und Kulturwiesen, Trockenwiesen und Wässerwiesen bzw. Quellflurwiesen. Die chemische Untersuchung führte teilweise zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Der Roheiweißgehalt war recht ausgeglichen und lag im Mittel bei 11,81 %. Die Werte für die Rohfaser schwanken zwischen 21,58 und 34,46%, für das verd. Roh‐eiweiß zwischen 3,31 und 13,47 % und für die Stärkeeinheiten zwischen 24,85 und 49,10 % in der Trockensubstanz. Die Ligningehalte lagen zwischen 9,27 und 22,46 %, die Summen der Gerüstsubstanzen zwischen 47,63 und 66,93 % und die Restkohlenhydrate zwischen 10,59 und 27,43 % in der Trockensubstanz. Die Mineralstoffwerte ergabeh sich wie folgt: Ca = 0,35 bis 1,41 %, P = 0,13 bis 0,46 %, Mg = 0,12 bis 0,47% in der Trockensubstanz, Erdalkalität = 7,8 bis 87 mval/100 g Trockensubstanz. Das Ca:P‐Verhältnis lag zwischen 1,5:1 und 8,6:1. Vom Rohaschegehalt war nicht ohne weiteres auf den Gehalt an einzelnen Elementen zu schließen. Die Futterqualität stufte sich bei den einzelnen Wiesentypen in folgender Reihe nach unten ab: Trockenwiese, Wässerwiese, Seggenwiese, Gesamtdurchschnitt, Kultur‐wiese, Naturegart, Kunstegart. Die trockene Rotschwingelbergwiese war mit Abstand die beste Qualitätsstufe. Innerhalb einzelner Wiesentypen ging mit steigendem Lignin‐gehalt der Gehalt an Restkohlenhydraten zurück. Zwischen botanischer Analyse und ernährungsphysiologischen Futterwertmerk‐malen konnte keine sichere Beziehung festgestellt werden. Die Mineralstoffzusammensetzung im Wiesenfutter wich erheblich vom Gehalt an organischen Nährstoffen ab. Der Durchschnitt der Wechselwiesen (Egart) zeigte nor‐male Mineralstoffgehalte mit relativ hohen P‐Werten, während die Dauerwiesen P‐arm waren. Am mineralstoffärmsten waren die Seggenwiesen. Die Trockenwiesen waren mineralstoffreicher als die Wässerwiesen.