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Die Wirksamkeit ästhetischer Faktoren bei Wirbeltieren
Author(s) -
Rensch Bernhard
Publication year - 2010
Publication title -
zeitschrift für tierpsychologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.739
H-Index - 74
eISSN - 1439-0310
pISSN - 0044-3573
DOI - 10.1111/j.1439-0310.1958.tb00575.x
Subject(s) - art , humanities
Zusammenfassung1 Zur Prüfung der Wirksamkeit ästhetischer Momente bei Vögeln boten wir einer Dohle und einer Rabenkrähe als Zweifachwahlen 6 in einem Ring ausgelegte, quadratische Kartonstücke, die wechselnd ein regelmäßiges geome‐trisches und ein unregelmäßiges Muster oder wechselnd eine verschiedene Farbe oder Farbkombination zeigten und von den Tieren spielerisch in den Schnabel genommen wurden. Ähnliche Versuche mit Schwarzweißmustern führten wir mit etwas abweichender Methode (drehbarer Sechserring senkrecht in das Wasser gehängt, oder kontinuierlicher Musterring in ringförmiger Schwimmbahn) an 5 Karauschen bzw. 2 Makropoden durch. 2 Beide Vogelarten bevorzugten in meist statistisch signifikanten Prozentsätzen die regelmäßigen (meist symmetrischen oder rhythmischen) Muster. Es wird dies durch erleichterte Erfaßbarkeit (Komplexibilität) und Rekurrenzlust erklärt. Die gleichen regelmäßigen Muster waren in früheren Versuchen auch von zwei Affenarten bevorzugt worden.Die Karauschen wie die Makropoden bevorzugten dagegen stets die unregelmäßigen Muster, was möglicherweise durch deren größere Ähnlichkeit mit angeborenen Auslöseschemata und bei konturenreicheren Mustern vielleicht durch erhohte Reizwirkung bedingt ist.3 Bei der Wahl zwischen zwei Farben bevorzugten Dohle und Rabenkrähe vor allem Grau und Schwarz, also dem eigenen Gefieder entsprechende Farben. Andererseits wurden mehrfarbige vor einfarbigen Mustern bevorzugt. 4 Als weitere Beispiele für die Wirksamkeit ästhetischer Faktoren werden die Zeichen‐ und Malleistungen von Affen und Gesang und Nachahmung bei Vögeln diskutiert.