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Abschließende Versuche zur Frage des “Zähl”‐vermögens der Haustaube 1
Author(s) -
Arndt W.
Publication year - 2010
Publication title -
zeitschrift für tierpsychologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.739
H-Index - 74
eISSN - 1439-0310
pISSN - 0044-3573
DOI - 10.1111/j.1439-0310.1939.tb00607.x
Subject(s) - gynecology , philosophy , medicine
Zusammenfassung Auf die in der Einleitung gestellten und erörterten Fragen geben die vorliegenden Untersuchungen folgende Antwort: 1. Die Rückdressur von 5 auf 4 erlaubte Körner von weißer Körnerunterlage fiel Nichtweiß genau so schwer wie die von Wachholtz durchgeführte von 6 auf 5 Körner. Der sehr gute Lernerfolg der Aufwärtsdressur wurde nicht wieder voll erreicht. 2. Vorzeitiges Dazwischenschlagen nach dem 1., 2. und 3. Korn während der Dressur auf 4 erlaubte Körner scheint die Taube nur gewohnheitsmäßig an die Beschränkung auf 4 Körner zu erinnern. Ihr Verhalten dabei gibt keinerlei Anlaß, eine qualitative Unterscheidung der Einzelglieder des Handelnsvorsatzes durch die Taube anzunehmen. 3. Es gelang, zwei Tauben in Erstdressur auf 4 (Blaukopf) bzw. 5 (Weiß) erlaubte Körner zu dressieren. Das Ergebnis war dem bei Aufwärtsdressur in aufeinanderfolgenden Einzelschritten etwa gleichwertig. 4. Die gleichen Tauben erlernten die Doppelaufgabe, 2 und 4 bzw. 2 und 5 erlaubte Körner zu picken. Als Aufgabenanweiser dienten unterschiedlich gefärbte Körnerunterlagen. Eirrer Dreifachaufgabe gegenüber versagten bisher beide. 5. Während Fischels Tauben die Aufgabe 2 gegen 3 Punkte auf Kästchendeckeln in beliebiger Anordnung, vor allem in Reihe, nicht unterschieden, gelang dieses der Taube Nichtweiß, allerdings erst durch allmähliche Überleitung aus der Figurenhilfe und nach Einführung eines Scheuchers. Diese Aufgabenstellung, ja die Zweifachwahl an sich hat schwerwiegende methodische Nachteile. 6. Die positive Lösung an Deckelkästchenpunkten vermochte Nichtweiß auf entsprechende Körnergruppen nicht zu übertragen. Sie handelte bei der Körnerplatte auf 4 erlaubte Körner, eine Aufgabe, die seit 14 Wochen nicht mehr geübt worden war. 7. Sukzessive Darbietung gleicher Einzelobjekte (Erbsen, Deckelkästen) am gleichen Ort (mittels Drehscheibe und Rinne) zerstört jede Figurenhilfe und gestattet jede beliebige Rhythmuszerdehnung. Rhythmusfrei und ohne Figurenhilfe konnten drei Tauben ihr Handeln (Erbsenpicken) auf x begrenzen, wobei x eine Zahl von 2 bis 5 sein kann und bei 6 die Grenze des Könnens erreicht wurde. Die möglichen Verzögerungen von Erbse zu Erbse schwanken je nach Art der Aufgabe und Lage der Erbse in der Zeitreihe von 1–60 Sekunden. 8. Auch im Drehscheibenversuch mit freien Erbsen konnte eine Taube (Grau) sofort auf 4 erlaubte Erbsen dressiert werden. 9. Taube Blaukopf hörte nach 1, 2, 3 und 4 Kästen auf, weitere zu öffnen. Die Dressur auf 2 und 3 erlaubte Kästen gelang straffrei, bei 4 erlaubten Kästen mußte gescheucht werden. 10. Taube Blauweiß lernte ebenfalls straffrei, nach dem ersten und später nach dem zweiten Kasten den folgenden geschlossen zu lassen. Als statt vieler Weizenkörner jeweils eine Erbse in jedem erlaubten Kasten lag, stellte sie sich von selbst auf zwei erlaubte Erbsen um. 11. Sie löste darauf ebenfalls völlig straffrei die Aufgabe, so lange auf der Drehscheibe Kästen zu öffnen, bis sie die jeweils erlaubte Anzahl x = 2, 3, 4, 5 Erbsen erbeutet hatte, die von 3 Erbsen angefangen in 20 verschiedenen Anordnungen über bestimmte Kästenanzahlen verteilt waren. Die Aufgabe x = 6 Erbsen meisterte sie sowohl an Drehscheibenkästen als auch an einer am Boden stehenden Reihe von 9 Kästen. Die Begrenzung des Handelns auf 7 Erbsen verweigerte sie jedoch. 12. Auch an der Kästenreihe gelang die straffreie Selbstdressur der Taube Blauweiß auf die Doppelaufgabe, verschieden gefärbte Deckel “auf 2 und 4 Erbsen” zu öffnen. 13. Anhangsweise sind einige Beobachtungen über Futtervorliebe, Balz und Sozialinstinkte usw. mitgeteilt.

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