Premium
Die Gerolsteiner Moß, Eifel, in moor‐ und vegetationskundlicher Sicht 1)
Author(s) -
Schwaar Jürgen
Publication year - 1969
Publication title -
berichte der deutschen botanischen gesellschaft
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.871
H-Index - 87
eISSN - 1438-8677
pISSN - 0365-9631
DOI - 10.1111/j.1438-8677.1969.tb02267.x
Subject(s) - humanities , physics , philosophy
Zusammenfassung Die heutige Vegetation der Gerolsteiner Moß einschließlich der näheren Umgebung wurde mit den Darstellungen der Bodenbewachsung in der T ranchot ‐M üffling schen Karte zum Beginn des 19. Jahrhunderts verglichen. Daraus ergab sich, daß der Anteil des Ackerlandes und auch der Heide beträchtlich höher als heute war. Dagegen zeigte das Areal des Waldes und Grünlandes eine geringere Ausdehnung. Ein Pollendiagramm des Moores erbrachte für die Vegetationsgestaltung der weiter zurückliegenden Zeit eine Klärung. Da sich der Ulmenabfall eben noch ablesen läßt, muß die Vermoorung ungefähr um 3000 v. Chr. eingesetzt haben. An der Wende von Zone IX zu X läßt sich die erste menschliche Besiedlung der Gerolsteiner Kalkmulde wahrscheinlich machen, der allerdings wieder eine Siedlungslücke folgt. Wir stimmen hierbei mit P eters (1967) überein, die auch entgegen den Fundkarten von T ackenberg (1954) eine frühe Besiedlung der Eifeler Kalkgebiete (Prümer Kalkmulde) nachweist. Die übrige Vegetationsentwicklung widerspricht nicht den Ergebnissen der schon gemachten Untersuchungen in der Vulkaneifel (S traka 1952–1961). Die Abweichungen erklären sich aus der anderen Vegetation der Gerolsteiner Kalkmulde gegenüber der Vulkaneifel und der früheren, intensiveren Besiedlung, welche die sonst hohen Fagus ‐Maxima. erheblich senkt. Im Vergleich mit der potentiell natürlichen Vegetation wird die Frage aufgeworfen, ob ein Querco‐Betuletum im untersuchten Raum natürlich ist oder ob es sich um degradierte Rotbuchenwälder handelt.