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Mikroorganismen des Zehenzwischenraums – Bedeutung für das Beinerysipel
Author(s) -
Müller DominikPatrick,
Hoffmann Reinhard,
Welzel Julia
Publication year - 2014
Publication title -
jddg: journal der deutschen dermatologischen gesellschaft
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.463
H-Index - 60
eISSN - 1610-0387
pISSN - 1610-0379
DOI - 10.1111/ddg.12374_suppl
Subject(s) - gynecology , medicine
Zusammenfassung Hintergrund Seit Jahren verzeichnet man in Deutschland einen stetigen Anstieg der Erysipelinzidenz. Betroffene Patienten weisen häufig auch Defekte der Hautbarriere, verursacht durch Mikroorganismen, auf. Ziel dieser nicht‐interventionellen Fall‐Kontroll‐Studie war es, einen potenziellen Zusammenhang zwischen der Tinea pedis interdigitalis beziehungsweise der bakteriellen Flora des Zehenzwischenraums und dem Beinerysipel sowie eine eventuelle Interaktion der Mikroorganismen untereinander zu untersuchen. Patienten und Methodik Das Patientenkollektiv umfasste 150 Patienten, verteilt auf drei gleich große Gruppen, eine retrospektive sowie prospektive Erysipelgruppe (EG = rEG + pEG) und eine Kontrollgruppe (KG). Ergebnisse 51 % der Erysipel‐ sowie 32 % der Kontrollpatienten litten unter einer Tinea pedis interdigitalis. Zwar ergab sich kein signifikanter Zusammenhang mit dem Erysipel, jedoch mit dessen Rezidivierung. Staphylococcus aureus (EG: 30,34 %; KG: 3,23 %) und die apathogenen aeroben Keime (EG: 28,09 %; KG: 80,65 %) zeigten in allen statistischen Analysen der mikrobiellen Flora des Zehenzwischenraumes eine signifikante Assoziation mit dem Erysipel. Bei Staphylococcus aureus war diese positiv, bei den apathogenen Keimen hingegen negativ. Schlussfolgerungen Diese Studie konnte einen Zusammenhang zwischen den Mikroorganismen des Zehenzwischenraumes und dem Beinerysipel belegen, wobei die bakterielle Flora für das Erysipel an sich und die Tinea pedis interdigitalis für die Rezidiventstehung maßgeblich war.