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Dichtung und Wahrheit bei Thomas Mann: Manns ‘Letzte Liebe’ und ihre Verarbeitung im Felix Krull in Doppelter Form
Author(s) -
Jang SungHyun
Publication year - 1998
Publication title -
german life and letters
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.1
H-Index - 12
eISSN - 1468-0483
pISSN - 0016-8777
DOI - 10.1111/1468-0483.00104
Subject(s) - philosophy , art
Thomas Manns Tagebücher sind zweifellos die privateste und heimlichste Sphäre aller seiner Schriften und besitzen einen ungleich höheren Bekenntnischarakter als seine öffentlichen Essays und Vorträge. Insbesondere die 1991 veröffentlichten Tagebücher 1949–1950 erwiesen sich als besonders enthüllend, denn sie zeigen uns die faszinierende Kehrseite des fünfundsiebzigjährigen Leistungsethikers und protestantischen Bürgers, indem sie die hinreißende letzte Liebe Thomas Manns darstellen. Während seines Aufenthalts im Grand Hotel Dolder in Zürich im Sommer 1950 verliebte sich Thomas Mann in den jungen Hotelpagen Franz Westermeier. Diese Liebeserfahrung als die Krönung von Manns homoerotischen Phantasien hat sich in seinem Roman Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954) niedergeschlagen, dessen ‘einziger Reiz’ nach einer Tagebucheintragung Thomas Manns ‘darin besteht, mein Leben % hineinzulegen’. Interessanterweise verteilte Thomas Mann sein Liebeserlebnis auf zwei verschiedene Liebesbeziehungen in diesem Roman: eine mißglückte homosexuelle und eine gelungene heterosexuelle Beziehung. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Thomas Manns Liebeserfahrung vom Sommer 1950 in diesen zwei Liebesepisoden jeweils verarbeitet ist, und was für eine tiefere Bedeutung diese Aufteilung hat im Hinblick auf Thomas Manns Einstellung zur Homosexualität.

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