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Psychische Belastung bei unbegleiteten und begleiteten Flüchtlingen im Kindes- und Jugendalter in Deutschland
Author(s) -
Annelen Höltermann,
Florian Scharf,
Georg Romer,
Birgit Möller-Kallista
Publication year - 2022
Publication title -
zeitschrift für kinder- und jugendpsychiatrie und psychotherapie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.215
H-Index - 24
eISSN - 1664-2880
pISSN - 1422-4917
DOI - 10.1024/1422-4917/a000855
Subject(s) - gynecology , medicine , political science
Zusammenfassung. Fragestellung: Psychische Belastung und traumatisierende Ereignisse bei in Deutschland lebenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) im Jugendalter sowie bei begleiteten minderjährigen Flüchtlingen (BMF) im Kindes- und Jugendalter wurden ermittelt. Zusätzlich wurden bei den Jugendlichen Prädiktoren psychischer Belastung analysiert. Methodik: 170 Kinder und Jugendliche (Jugendliche: n = 56 UMF, n = 72 BMF; Kinder: n = 42 BMF) wurden mittels Screeningfragebögen zu emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten sowie zu traumatisierenden Ereignissen untersucht. Zudem wurden von den Jugendlichen Angaben zur Symptomatik der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) gemacht (Jugendliche: Selbstbericht; Kinder: Fremdbericht Elternteil). Ergebnisse: 45.8 % UMF (Jugendliche), 42.4 % BMF (Jugendliche) und 56.1 % BMF (Kinder) zeigten klinisch relevante emotionale und Verhaltensprobleme. Internalisierende Symptome wurden häufiger als externalisierende Symptome angegeben. Im Mittel wurden bei UMF (Jugendliche) sieben und bei BMF (Jugendliche und Kinder) vier traumatisierende Ereignisse ermittelt. UMF (Jugendliche) berichteten mehr emotionale Probleme, mehr PTBS-Symptome und mehr traumatisierende Ereignisse als BMF (Jugendliche). 43.8 % UMF (Jugendliche) und 27.9 % BMF (Jugendliche) zeigten klinisch relevante PTBS-Symptome. Der robusteste Prädiktor zur Vorhersage emotionaler und Verhaltensauffälligkeiten sowie der PTBS-Symptomatik bei den Jugendlichen war die Anzahl traumatisierender Ereignisse. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse belegen den psychologischen Hilfebedarf geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland.

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