
Aufgabenteilung in der ambulanten Versorgung von Menschen mit Demenz
Author(s) -
Eva Drewelow,
Attila Altiner,
Bianca Biedenweg,
Maresa Buchhholz,
Esther Henning,
Wolfgang Hoffmann,
Thomas Kohlmann,
Petra Lücker,
Bernhard Michalowsky,
Roman F. Oppermann,
Anika Rädke,
Daniela Zorn,
Anja Wollny
Publication year - 2022
Publication title -
pflege
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.148
H-Index - 12
eISSN - 1664-283X
pISSN - 1012-5302
DOI - 10.1024/1012-5302/a000851
Subject(s) - focus group , nursing , dementia , medical prescription , psychology , health care , medicine , sociology , political science , disease , pathology , anthropology , law
Zusammenfassung. Hintergrund: Menschen mit Demenz (MmD) zu versorgen, fordert Gesundheitssystem und pflegende Angehörige heraus und ist nur durch interprofessionelle medizinische und pflegerische Betreuung zu bewältigen. Fragestellung / Ziel: Die AHeaD-Studie untersuchte Einstellungen von Hausärzt_innen (HÄ) und Pflegefachpersonen (PFP) zur Übertragung bislang hausärztlich ausgeführter Tätigkeiten an PFP in der ambulanten Versorgung von MmD. Methoden: In vier Fokusgruppendiskussionen mit 10 HÄ und 13 PFP wurden Einstellungen zur Übertragung bestimmter Tätigkeiten inhaltsanalytisch untersucht sowie Chancen und Barrieren einer Einführung identifiziert. Ergebnisse: HÄ befürworteten die Übertragung bestimmter Tätigkeiten wie Blutentnahmen, Assessments, deren Monitoring oder Folgeverordnungen für Pflegehilfsmittel. „Klassische“ ärztliche Aufgaben (z. B. Diagnostik von Erkrankungen, Erstverordnung von Medikamenten) wurden weiter in hausärztlicher Hand gesehen. PFP forderten für die Beziehung zwischen PFP und HA mehr Wertschätzung und Anerkennung und bemängelten fehlendes Vertrauen sowie unzureichende Kommunikation. Beide Seiten verwiesen auf knappe Zeitbudgets, die sich kaum am reellen Bedarf der MmD orientierten. Schlussfolgerung: Die Umsetzung einer Aufgabenneuverteilung erfordert die Schaffung eines gesetzlichen und finanziellen Rahmens, zeitlicher Ressourcen, konkreter Aufgabenbeschreibungen sowie die stärkere Zusammenarbeit der involvierten Berufsgruppen. Innovative Konzepte könnten zum sinnvollen Einsatz der Ressourcen beider Berufsgruppen beitragen und die Versorgung von MmD stärken.