
Raummuster der Mortalität in Deutschland und ihre Entwicklungstendenzen zwischen 1998 und 2004
Author(s) -
Holger Behrendt
Publication year - 2012
Publication title -
raumforschung und raumordnung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1869-4179
pISSN - 0034-0111
DOI - 10.1007/s13147-011-0145-8
Subject(s) - life expectancy , geography , demography , mortality rate , human settlement , developed country , developing country , socioeconomics , population , economic growth , economics , sociology , archaeology
Zusammenfassung Die vorliegende Untersuchung hat eine Regionalanalyse der Mortalität in Deutschland getrennt nach alten und neuen Ländern in den Jahren 1998 bis 2004 zum Gegenstand. Die Sterblichkeitsverhältnisse zeichnen sich durch einen Aufholprozess der neuen Länder gegenüber den alten Ländern aus, der allerdings bei den Frauen deutlich stärker ausgeprägt ist als bei den Männern. Der Angleichungsprozess der Sterbeverhältnisse ist bei kleinräumiger Betrachtung mit einer Zunahme der Disparitäten in Westdeutschland verbunden, während diese in Ostdeutschland abnehmen. Die siedlungsstrukturelle Differenzierung lässt deutliche Abweichungen in den Mortalitätsverhältnissen zwischen alten und neuen Ländern erkennen. So besitzen in den alten Ländern die verstädterten Räume die höchste Lebenserwartung bei Geburt, während in den neuen Ländern die Lebenserwartung von den Agglomerationsräumen zu den ländlichen Räumen abnimmt. In den neuen Ländern weisen nur die Kernstädte in den Agglomerationsräumen eine höhere Lebenserwartung bei Geburt auf als die Vergleichsgebiete in den alten Ländern. Die sozioökonomische Differenzierung der Mortalität zeigt, je stärker der sozioökonomische Gradient variiert, desto größer sind zugleich auch die regionalen Unterschiede in den Sterblichkeitsverhältnissen. Mit Hilfe des Indikators „Vermeidbare Sterbefälle“ lässt sich zeigen, dass der medizinischen Vorsorge und Versorgung sowohl bei der Interpretation der regionalen Unterschiede als auch bei der Betrachtung der zeitlichen Entwicklung der Sterblichkeit eine wichtige und eigenständige Erklärungskraft zukommt.