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Zur Chemie von Sulfiden und Seleniden primärer Phosphane — Die (1‐Hydroxyalkyl)‐organyl‐phosphansulfide und ‐selenide, neue Verbindungsklassen
Author(s) -
Uhlig F.,
Herrmann E.,
Schädler D.,
Ohms G.,
Großmann G.,
Besser S.,
HerbstIrmer R.
Publication year - 1993
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19936191123
Subject(s) - chemistry , selenide , medicinal chemistry , selenium , organic chemistry
Primäre Phosphane reagieren mit S 8 oder Se 8 und bilden neben einer großen Anzahl von Nebenprodukten Organylphosphanmonosulfide bzw. ‐selenide, RP(X)H 2 (X = S, Se), die 31 P‐NMR‐ spektroskopisch charakterisiert werden können. Die Bildung von Organylphosphanmonosulfiden ist auch bei der Umsetzung primärer Phosphane mit 2,4‐Diaryl‐1,3,2,4‐dithiadiphosphetan‐2,4‐disulfid nachweisbar. Praktisch ohne Nebenprodukte verläuft die Reaktion primärer Phosphane mit Schwefel oder Selen und einer Reihe von Ketonen. Es entstehen die meist kristallinen (1‐Hydroxyalkyl)‐organyl‐phosphansulfide bzw. ‐selenide, RP(X)(H)C(OH)R 1 R 2 . Die Röntgen‐Kristallstrukturanalyse des (1‐Hydroxy‐1‐methyl‐ethyl)‐phenyl‐phosphansulfids (R = Ph, R 1 = R 2 = Me) ergab, daß im Kristall intermolekulare OH … S‐Wasserstoffbrückenbindungen (O … S = 328 pm) zu einer kettenförmigen Anordnung der Moleküle führen. Aldehyde reagieren mit Phenylphosphan und Schwefel zu Bis(1‐hydroxyalkyl)‐phenyl‐phosphansulfiden, C 6 H 5 P(S)[CH(OH)R 1 ] 2 . 1 H, 13 C und 31 P‐NMR‐Untersuchungen gestatten den Nachweis und die Zuordnung von auftretenden Stereoisomeren. Quantenchemische Berechnungen spiegeln richtig wider, welche Carbonylverbindungen in der Lage sind, mit dem intermediär gebildeten Phosphansulfid zu reagieren und welche nicht.