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Zur Chemie der Chlorthionitrenkomplexe des Rheniums Die Kristallstruktur von [N(SCl) 2 ]⊕ [Re 2 Cl 9 ]⊖
Author(s) -
Hauck Hans Günter,
Klingelhöfer Paul,
Müller Ulrich,
Dehnicke Kurt
Publication year - 1984
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19845100325
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry
Die Reaktion von S 3 N 2 Cl 2 mit ReCl 5 führt in guter Ausbeute zu dem über Chlorobrücken dimerisierten Chlorthionitrenkomplex [ReCl 3 (NSCl) 2 ] 2 ; in POCl 3 ‐Lösung entsteht das Solvat [ReCl 3 (NSCl) 2 · POCl 3 ]ȧ Die Umsetzung von ReCl 5 mit S 3 N 2 Cl 2 im Molverhältnis 2:1 führt dagegen zur Bildung von [N(SCl) 2 ][Re 2 Cl 9 ]. Überschüssiges Triphenylphosphan reagiert mit [ReCl 4 ‐(NSCl) · POCl 3 ] zu dem Nitridokomplex [ReNCl 2 (PPh 3 ) 2 ]. Die Kristallstruktur von [N(SCl) 2 ][Re 2 Cl 9 ] wurde mittels Röntgenbeugung ermittelt und verfeinert (1021 beobachtete, unabhängige Reflexe, R = 3, 1%). Die Verbindung kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/c mit vier Formeleinheiten pro Elementarzelle (a = 1197, b = 1288, c = 1144 pm, ß = 107,83°). In der Struktur befinden sich [N(SCl) 2 ]⊕ Kationen, die exakt die Symmetrie C 2 und näherungsweise C 2v erfüllen; die NS‐Bindungsabstände von 162 pm und die Bindungswinkel SNS (133,6°) und NSCl (117,6°) weichen erheblich von bisher bekannten [N(SCl) 2 ]⊕‐Strukturen ab. Das Anion [Re 2 Cl 9 ] bildet ein flächenverknüpftes Doppeloktaeder mit einem Re—Re‐Abstand von 270 pm. Alle Präparate werden IR‐spektroskopisch charakterisiert.