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Umsetzungen und Gleichgewichte in Alkalihydroxidschmelzen. IV. Über die Einwirkung von Alkalihydroxidschmelzen auf verschiedene Edelmetalle und Oxide
Author(s) -
Lux Hermann,
Renauer Erich,
Betz Erhard
Publication year - 1961
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19613100414
Subject(s) - chemistry , nuclear chemistry , materials science , polymer chemistry
Gold wird von NaOH‐Schmelzen bei merklichem Wasserdampfdruck und 400° nur wenig, von wasserfreien NaOH‐Schmelzen dagegen so erheblich angegriffen, daß es als Tiegelmaterial kaum verwendbar ist. Silber ist gegen NaOH‐Schmelzen wesentlich widerstandsfähiger als gegen KOH‐Schmelzen; die Korrosion zeigt in beiden Schmelzen eine ähnliche Abhängigkeit vom Wasserdampfdruck. Soweit die Korrosionsprodukte bei diesen Edelmetallen vollständig in Lösung gehen, stellt sich eine von der Zeit unabhängige Konzentration ein. Rhodium überzieht sich in NaOH‐Schmelzen mit einer dünnen, festhaftenden Oxidschicht, die bewirkt, daß Rhodium auch gegenüber wasserfreien NaOH‐Schmelzen recht widerstandsfähig ist; bei KOH‐Schmelzen ist der Angriff wesentlich stärker. Iridium und Palladium werden von NaOH‐Schmelzen nur mäßig, von KOH‐Schmelzen jedoch außerordentlich stark angegriffen. Zirkondioxid und Hafniumdioxid reagieren mit Alkalihydroxid‐Schmelzen unter Bildung von Alkali‐Zirkonaten und ‐Hafnaten, die in der Schmelze schwer löslich sind. Die Löslichkeit von Thoriumdioxid in KOH‐ und NaOH‐Schmelzen bei 400° erwies sich als überaus gering. Thoriumdioxid übertrifft in der Widerstandsfähigkeit gegenüber Alkalihydroxid‐Schmelzen alle bisher bekannten Stoffe bei weitem.