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Über Brom–Stickstoff‐Verbindungen in flüssigem Ammoniak
Author(s) -
Jander Jochen,
Kurzbach Egon
Publication year - 1958
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19582960113
Subject(s) - bromine , chemistry , ammonia , decomposition , liquid ammonia , nitrogen , inorganic chemistry , ion , medicinal chemistry , organic chemistry
1 Brom reagiert mit flüssigem Ammoniak bei −78° unter Bildung blaßgelber bis roter Lösungen. Diese Lösungen enthalten neben Ammoniumbromid zwei miteinander im Gleichgewicht stehende Brom–Stickstoff‐Verbindungen. Es konnte gezeigt werden, daß es sich bei diesen beiden Verbindungen um das gelbe Monobromamin und um eine violette Verbindung handelt, die von Schmeisser erstmalig isoliert und mit der Formel NBr 3 · 6 NH 3 belegt wurde. 2 Das Monobromamin konnte erstmals in Substanz isoliert werden. 3 Die blaßgelben oder roten Reaktionslösungen sind auch bei −78° unbeständig und zersetzen sich unter Bildung von Stickstoff und weiterem Ammoniumbromid. Die blaßgelben Lösungen werden hierbei farblos, während die roten Lösungen zuerst blaßgelb und erst dann farblos werden. Die geschwindigkeitsbestimmende Reaktion bei der Zersetzung ist in den blaßgelben Lösungen eine Reaktion 1. Ordnung; sie besteht in dem Zerfall von Monobromamin. In den roten Lösungen dagegen ist die geschwindigkeitsbestimmende Reaktion zunächst nicht von 1. Ordnung; hier wird Monobromamin laufend durch die violette Substanz nachgebildet. Erst wenn die roten Lösungen infolge fortschreitender Zersetzung blaßgelb geworden sind, ist die geschwindigkeitsbestimmende Reaktion auch hier eine monomolekulare. 4 Die Lösungen des Monobromamins in flüssigem Ammoniak sind bezüglich Farbe und Zersetzung verschieden von ätherischen Monobromaminlösungen. Hieraus ergibt sich die Vorstellung, daß in flüssigem Ammoniak nicht das Monobromamin NH 2 Br, sondern das Monobromamidion NHBr − vorliegt.