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Elektrolysen von Cyaniden. I. Elektrolysen Von Cyaniden in wäßrigen Lösungen
Author(s) -
Schmidt Hans,
Meinert Hasso
Publication year - 1957
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19572930309
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , polymer chemistry
Die. Elektrolysen wäßriger Cyanidlösungen wurden bie verschiedenen pH‐Werten an unangreifbaren Platinanoden durchgeführt.1 Bei der Elektrolyse einer KCN‐Lösung werden durch die Entladung der Cyanidionen an der Anode primär Cyanradikale gebildet, die sich zu Dicyan vereinigen. Dieses unterliegt der Disproportionierung zu Cyanid und Cyanat, wobei die Cyanidionen, bedingt durch die Basizität der Lösung, weitgehend als undissoziierte Blausäure vorliegen. Unter Gelb‐ bis Braunfärbung der Lösung und Abscheidung dunkelbrauner Flocken an der Anode polymerisiert die HCN zur Azulmsäure. 2 Wird die Elektrolyse in stärker alltalischer Lösung durchgeführt, so kann sich nach der Disproportionierung des Dicyans keine Azulmsäure bilden, da der Zusatz von Alkali das Aufteten VOn undissoziierter Blausäure verhindert. Eine gleichzeitig an der Anode auftretende Gasentwicklung – die Menge des kathodisch gebildeten Wasserstoffs verhält, sich zu der des Anodengases wie 19 zu 1 ‐ ist auf eine untergeordnete Entladung der OH − bzw. CNO − Ionen zurückzuführen. 3 Die Elektrolyse von KCN oder K[Ag(CN) 2 ] in schwach saurer Lösung führt in einem pH,‐Bereich von 4–6 ebenfalls zur Bildung von Dicyan. Eine Disproportionierung findet jedoch nicht nicht statt. Das Dicyan entweicht zum Teil gasförmig, während der Rest gelöst bleibt. Dieser Anteil kann mittels eines Stickstoffstromes aus der Lösung entfernt werden .