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Eine röntgenographische und magnetische Untersuchung des Systems Kobalt/Tellur
Author(s) -
Haraldsen Haakon,
Grønvold Fredrik,
Hurlen Tor
Publication year - 1956
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19562830116
Subject(s) - chemistry , crystallography
1 Im System Kobalt/Tellur werden zwei intermediäre Phasen, β und γ, nachgewiesen. 2 In Präparaten, die bei 600°C getempert und rasch abgekühlt werden, hat die β‐Phase ein Homogenitätsgebiet, das sich von 54,5 bis 64,3 Atom‐% Tellur erstreckt. Bei Präparaten, die bei 335°C getempert sind, ist das Homogenitätsgebiet enger und erstreckt sich von etwa 56,5 bis etwa 63 Atom‐% Tellur. 3 Durch Dichtebestimmungen wird bestätigt, daß die Struktur der β‐Phase sich von der B 8‐Struktur durch Subtraktion von Kobaltionen ableitet und sich mit wachsender Tellurkonzentration immer mehr der C6‐Struktur nähert, deren Idealzusammensetzung AX 2 jedoch nicht erreicht wird. Die Gitterkonstanten ändern sich allmählich von\documentclass{article}\pagestyle{empty}\begin{document}$$ \begin{array}{*{20}c}{\quad{\rm a = 3,8937}\,\rm{\AA}{\rm,}\,\,{\rm c = 5,3763}\,{\AA}\,\,{\rm bei}\,\,{\rm 54,55}\,{\rm Atom - \%}\,{\rm Tellur}} \\ {{\rm bis\,a = 3,8017}\,\rm{\AA}{\rm,}\,{\rm c = 5,4094}\,{\AA}\,{\rm bei}\,{\rm 64,29}\,{\rm Atom - \%}\,{\rm Tellur}{\rm .}} \\\end{array} $$\end{document}4 Die γ‐Phase hat ein enges Homogenitätsgebiet bei der Zusammensetzung CoTe 2 ‐Es wird bestätigt, daß die Struktur vom C 18‐Typ ist. Entgegen der bisherigen Annahme ist die Struktur auch bei höheren Temperaturen stabil. Die Gitterkonstanten des Präparates CoTe 2 werden zu\documentclass{article}\pagestyle{empty}\begin{document}$$ {\rm a = 6,3185}\,\rm{\AA}{\rm,}\,\,{\rm b = 5,3189}\,{\AA}{\rm,}\,\,{\rm c = 3,8970}\,{\AA} $$\end{document}bestimmt. Der kürzeste Abstand Tellur–Tellur ergibt sich zu 2,93 Å. 5 Die magnetische Suszeptibilität der Kobalttelluride wird bei Temperaturen von −183° bis 450°C gemessen. Im Gebiet der β‐Phase findet man einen schwachen Paramagnetismus, der sich mit der Zusammensetzung und der Temperatur wenig ändert. Das C URIE ‐W EISS sche Gesetz ist am besten für das Präparat mit 60,00 Atom‐% Tellur erfüllt. Bei den übrigen Präparaten der β‐Phase finden sich Abweichungen von diesem Gesetz. 6 6. Die γ‐Phase ist ebenfalls paramagnetisch, besitzt aber höhere Suszeptibilitätswerte als die β‐Phase. Das C URVE ‐W EISS sche Gesetz kann für CoTe 2 nur als annähernd erfüllt betrachtet werden. 7 7. Die magnetischen Momente sind erheblich geringer als die für Ionenmagnetismus zu erwartenden Werte. Sie lassen sich am besten auf Grund der Annahme von oktaedrischen d 2 sp 3 ‐Bindungen erklären; sie sind aber etwas größer, als für solche Bindungen auf Grund des Spinmagnetismus allein berechnet wird. Der Unterschied kann jedoch dem Einfluß des Bahnmagnetismus zugeschrieben werden. Allerdings muß man dann annehmen, daß die Bindung eine 3 d 4 s 4 p 3 4 d‐ und keine 3 d 2 4 s 4 p 3 ‐Bindung ist. Unabhängig davon kann man das magnetische Moment des CoTe 2 auch auf der Grundlage verstehen, daß die Zahl der ungepaarten Elektronen des Kobalts durch Abgabe an die Telluratome größer als 1 geworden ist. Dies muß eine Schwächung der Bindung Tellur–Tellur herbeiführen, wodurch der große Abstand Tellur–Tellur, den man in CoTe 2 findet, verständlich wird. Auch die für CoS 2 und CoSe 2 gefundenen magnetischen Momente lassen sich unter diesem Gesichtspunkt verstehen.