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Über Molybdänblau
Author(s) -
Glemser Oskar,
Lutz Gertrud
Publication year - 1951
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0044-2313
DOI - 10.1002/zaac.19512640104
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry
Molybdänblau liegt weder eine einzige Verbindung noch eine einheitliche Reduktionsstufe zugrunde. Es hängt vom Ausgangsmaterial, dem angewandten Reduktionsmittel und der Dauer der Einwirkung des Reduktionsmittels ab, welche Verbindung gebildet wird. Die einfachen Molybdänblauarten werden in Blauoxyde und Blauoxydhydrate eingeteilt; letztere scheiden sich in kristallisierte und röntgenamorphe Verbindungen. Zu den Blauoxyden gehören Mo 8 O 23 und Mo 9 O 26 ; blaue MoO 3 ‐Sublimate werden mit untersucht. Bei den kristallisierten Blauverbindungen werden Mo 4 O 10 (OH) 2 , Mo 2 O 4 (OH) 2 und Mo 8 O 15 (OH) 16 durch Analyse, Röntgenaufnahme und isobaren Abbau charakterisiert; die Formel eines weiteren Hydroxyds der Zusammensetzung MoO 2,60 . xH 2 O kann noch nicht festgelegt werden. Mo 4 O 10 (OH) 2 und Mo 2 O 4 (OH) 2 stehen mit dem Ausgangsmaterial MoO 3 in enger Verbindung: sie werden als genotypische Verbindungen bezeichnet, die sich vom MoO 3 ableiten. Die Reduktionsstufe MoO 2,50 ist die höchste Stufe bei den kristallisierten Blauverbindungen, weitere Reduktion führt zu anders gefärbten Produkten. Die beim Nachweis des Molybdäns vor dem Lötrohr entstandenen samtblauen Produkte sind wahrscheinlich zu den kristallisierten Blauhydroxyden zu zählen. Von röntgenamorphen Verbindungen werden MoO 2,75 . xH 2 O und MoO 2,80 . xH 2 O dargestellt. Trotz der kontinuierlichen Wasserabgabe beim isobaren Abbau ist das Wasser konstitutiv gebunden. Alle durch Fällung aus Lösung gewonnenen Präparate sind röntgenamorph und lösen sich mehr oder weniger gut in Wasser bzw. gehen kolloidal in Lösung. Sie sind im Gegensatz zu den kristallisierten Blauverbindungen (mit Ausnahme von MoO 2,60 . xH 2 O) gegenüber wässerigen Alkalien und Ammoniak nicht beständig. Die Frage der Wertigkeit des Molybdäns in den Molybdänblauarten wird diskutiert und die vier‐ und sechs‐wertige Stufe angenommen. Die Möglichkeit der Existenz weiterer Molybdänblauverbindungen wird erwähnt.

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