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Beiträge zur Chemie des Schwefels. VIII. Über das Wasserstoffpentasulfid H 2 S 5 und das Wasserstoffhexasulfid H 2 S 6
Author(s) -
Fehér F.,
Baudler M.
Publication year - 1949
Publication title -
zeitschrift für anorganische chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0372-7874
DOI - 10.1002/zaac.19492580304
Subject(s) - philosophy , physics , chemistry , medicinal chemistry , humanities
Die in der Literatur befindlichen Angaben über die Existenz der höheren Schwefelwasserstoff‐Verbindungen H 2 S 5 und H 2 S 6 werden kritisch überprüft. Es zeigt sich, daß bisher weder eindeutige Beweise für die Existenz von definierten Verbindungen der angegebenen Zusammensetzungen erbracht, noch die betreffenden Substanzen in reiner Form dargestellt worden sind. Eine vergleichende ramanspektroskopische und chemischanalytische Untersuchung der Zusammensetzung des rohen Wasserstoffpersulfids (dargestellt aus Natriumpolysulfidlösung und Salzsäure) ergibt, daß dieses Produkt von den bisher bekannten Polyschwefelwasserstoffen nur H 2 S 4 , jedoch kein H 2 S 2 und H 2 S 3 enthält. Daneben kann mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen beträchtlichen Gehalt an H 2 S 5 und H 2 S 6 geschlossen werden. Die aus diesen Versuchen annähernd bekannten R AMAN ‐Spektren von H 2 S 5 und H 2 S 6 ermöglichen eine systematische Lenkung der präparativen Arbeiten zur Anreicherung und Reindarstellung dieser Substanzen. Es wird ein besonders milde arbeitendes Hochvakuumdestillationsverfahren zur Abtrennung von Wasserstoffpentasulfid und Wasserstoffhexasulfid aus dem rohen Wasserstoffpersulfid beschrieben. Bei diesem wird durch einen sehr kurzen Destillationsweg und die Vorrichtung zu nur vorübergehender Erwärmung des Ausgangsproduktes der neben der Destillation gleichzeitig stattfindende Krackprozeß von H 2 S 5 und H 2 S 6 zu niederen Schwefelwasserstoffen (H 2 S 2 bis H 2 S 4 ) weitgehend zurückgedrängt. Der Nachweis, daß es sich bei einigen der erhaltenen Fraktionen tatsächlich um die definierten chemischen Verbindungen H 2 S 5 und H 2 S 6 handelt, wird neben den chemischen Analysen durch eingehende Diskussion der R AMAN ‐Spektren erbracht, indem gezeigt wird, daß diese sich von den Spektren aller anderen Schwefelwasserstoff‐Verbindungen (H 2 S, H 2 S 2 , H 2 S 3 , H 2 S 4 , H 2 S 7 , H 2 S 8 ) sowie des gelösten Schwefels eindeutig unterscheiden. Es werden die Raman‐Spektren, die Dichten sowie einige andere Eigenschaften von reinem Wasserstoffpentasulfid und Wasserstoffhexasulfid mitgeteilt.