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Das „anorganische Benzol”︁ B 3 N 3 H 6 ∥︁ . Darstellung und Eigenschaften des Hexamethyl‐borazols („anorganisches Mellithol”︁)
Author(s) -
Wiberg Egon,
Hertwig Karl
Publication year - 1947
Publication title -
zeitschrift für anorganische chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0372-7874
DOI - 10.1002/zaac.19472550112
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , polymer chemistry
Das mit dem Hexamethyl‐benzol C 6 R 6 (a) isostere Hexamethyl‐borazol B 3 N 3 R 6 (b):ist in einfacher Weise durch Umsetzung äquimolekularer Mengen Bormethyl und Methylamin bei 450° darstellbar (Abschnitt I):. Reaktion, die vielseitig variiert werden kann und einen, bequemen Zugang zur Borazol‐Chemie eröffnet, verläuft Über eine Reihe isolierbarer und genauer charakterisierter Zwischenstufen (Unterabschnitte 1, 2 und 3), unter denen die mit dem Trimethyl‐äthylen CR 2 CHR isostere, reversibel polymerisierbare und additionsfreudige „Äthylen”‐Verbindunghervorzuheben ist. Die physikalischen Eigenschaften des Hexamethyl‐borazols stimmen wie im Falle des einfachen Borazols B 3 N 3 H 6 1 ) weitgehend mit denen des organischen Analogons Überein (Abschnitt II). In chemischer Hinsicht (Abschnitt III) ist die anorganische Verbindung erwartungsgemäß reaktionsfähiger als die organische. Ausführlicher beschrieben werden die Umsetzungen mit Chlorwasserstoff und Wasser (Unterabschnitte 1 und 2), die bei Zimmertemperatur primär zu einer Anlagerung dreier Moleküle HC1 bzw. HOH an die drei Doppelbindungen des Ringmoleküls, sekundär dann je nach den Reaktionsbedingungen (Temperatur, Menge des Reaktionspartners, Zusatzstoffe usw.) zu verschiedenartigen Folgereaktionen führen. So bewirkt die Umsetzung mit Chlorwasserstoff bei 330° und Anwendung eines HC1‐Überschusses im Endergebnis eine Aufspaltung des Borazol‐Rings in BRCl 2 und NH 2 R:während bei 460° und Vermeidung eines HCl‐Überschusses unter Substitution von B‐gebundenem R durch Cl anorganisches „Trichlor‐mesitylen” gebildet wird:. Die als Zwisahenstufen beider Reaktionen isolierbaren Verbindungen, unter denen das polymerisationsfreudige anorganische „Vinylchlorid”‐Derivat BRClNHR erwähnenswert ist, werden näher charakterisiert. Bei der Umsetzung mit Wasser wandelt sich der Borazol‐Ring (b) gemäß der Bruttogleichungletztlich in einen mit dem 1,3,5‐Triazin‐Ring (g) isosteren „Boroxol”‐Ring (h) um:. Der Reaktionsmechanismus dieses bereits bei Zimmertemperatur ablaufenden Vorgangs, die Umsetzungen und Eigenschaften des Boroxols (h) und seiner Additionsverbindungen und die tautomeren Umlagerungen der intermediär auftretenden Reaktionsstufen werden eingehend diskutiert und zu analogen organischen Vorgängen in Parallele gesetzt. Bei gleichzeitiger Anwesenheit von Chlorwasserstoff führt die Hydrolyse des Hexamethyl‐borazols bei 100° analog (d) zur quantitativen Spaltung des Borazol‐Rings in Methylborsäure und Methylamin:.

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