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Die Chemie in flüssigem Schwefeldioxyd. Das amphotere einiger Sulfite bzw. Oxyde in verflüssigtem Schwefeldioxyd
Author(s) -
Jander Gerhart,
Hecht Horstmar
Publication year - 1943
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0863-1786
DOI - 10.1002/zaac.19432500308
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry
Das verflüssigte Schwefeldioxyd ist ein nichtwäßriges, aber „wasserähnliches” Lösungsmittel. Wie das Wasser vermag es eine große Reihe anorganischer und organischer Stoffe aufzulösen. Die Auflösungen leiten wie wäßrige Losungen vielfach den elektrischen Strom, während das verflüssigte Schwefeldioxyd für sich allein ebensowenig leitet wie reines Wasser. Die aufgelösten Substanzen liegen also als Elektrolyte vor. Das für die geringe Eigenleitfähigkeit verantwortliche Dissoziationsschemaläßt in verflüssigtem Schwefeldioxyd nicht nur „neutralisationsanaloge” Reaktionen zwischen „säureanalogen” Thionylverbindungen und „basenanalogen” Sulfitenoder die Erscheinungen der Solvolyseerwarten, sondern auch — analog dem Verhalten einiger amphoterer Hydroxyde wie Zink‐, Aluminium‐ oder Antimon(III)‐hydroxyd in Wasser — das Vorhandensein amphoterer Sulfite. Als solche amphoteren Sulfite in verflüssigtem Schwefeldioxyd erwiesen sich nun, wie die vorstehend mitgeteilten Untersuchungen lehrten, die Sulfite bzw. Oxyd‐ Solvate unbestimmter Zusammensetzung des Aluminiums, des 4‐wertigen Zinns, des Siliciums, des drei‐ und fünfwertigen Antimons und des Galliums. Ihre Chloride sind in verflüssigtem Schwefeldioxyd löslich, durch Zugabe von basenanalogem Tetramethylammoniumsulfit fallen die schwer löslichen Sulfite der genannten Metalle aus, durch einen Überschuß des Fällungsreagenses gehen sie, wenn sie nicht gealtert sind, als Sulfitoaluminate, ‐stamate, ‐silikate, ‐antimonite, ‐antimonate und ‐gallate wieder in Lösung. Durch konduktometrische Titrationen konnten die hier obwaltenden Verhältnisse weitgehend geklärt werden. Metallisches Zinn geht in einer Auflösung von basenanalogem Tetramethylammoniumsulfit in verflüssigtem Schwefeldioxyd als Sulfitostannat in Lösung. Der Reaktionsmechanismus dieses Auflösungsvorganges wird näher untersucht und dargestellt.

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