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Über die Zusammensetzung der Tonsubstanz
Author(s) -
Schwarz Robert,
Trageser Georg
Publication year - 1936
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0863-1786
DOI - 10.1002/zaac.19362270206
Subject(s) - chemistry
Bei Versuchen über die Zusammensetzung des Kaolinmoleküls (der Tonsubstanz) ist zu berücksichtigen, daß der als Versuchsmaterial verwendete Zettlitzer Kaolin nicht zu 100% aus reiner Tonsubstanz besteht, sondern mindestens 10%, Beimengung in Form von Feldspat und Glimmerresten enthält. Aus diesem Grunde kann eine Wasserabbaukurve niemals 2 Mol H 2 O anzeigen. Es erscheint demnach durchaus verständlich, wenn Körner, Pukall und Salmang bei einem isobaren Abbau nur etwa 1,5 Mol gebundenes Wasser feststellen konnten. Da eine hydrothermale Synthese des Kaolins aus Feldspat, Glimmer usw. möglich ist, gelingt es auch, die in gewöhnlichem Kaolin vorliegenden Beimengungen durch eine hydrothermale Nachbehandlung in Kaolin umzuwandeln. Bei einem so behandelten Kaolin läßt sich der Gehalt an gebundenem Wasser bis auf 1,76 Mol H 2 O erhöhen. Hieraus ist zu schließen, daß die Zusammensetzung der Tonsubstanz, wie allgemein angenommen, der Formel Al 2 O 3 ·2 SiO 2 ·2H 2 O entspricht.