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Das duktile Chrom
Author(s) -
Kroll W.
Publication year - 1935
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0863-1786
DOI - 10.1002/zaac.19352260104
Subject(s) - medicinal chemistry , chemistry , philosophy , gynecology , medicine
Reines Chrom läßt sich durch Reduktion des wasserfreien Chlorids oder des reinen Oxyds (aus CrO 3 3 ) gewinnen. Man kann dabei entweder die Druckreduktion in der Bombe anwenden, wobei die Chromverbindung mit, zweimal destilliertem Calcium in Form von Preßlingen zur Umsetzung gebracht wird. Hierbei entstehen Metallkörner bis zu Bohnengröße, die in allen Fällen warm schmiedbar sind. Diese Körner lassen aber die weitere Verarbeitung auf regelmäßig geformte Walzkörper nicht zu, weil sie sich nicht, brikettierrn lassen. Nimmt man die Reduktion mit Calcium, nach dem Vorschlag von Marden in Salzschmelzen, beispielsweise Calciumchlorid, vor, so findet keine Drucksteigerung statt, und man erhält brikettierbares Pulver. Man kann entweder in einer leichten, geschlossenen Bombe an der Luft erhitzen (nach MANDEN), wobei die Bombe den Luftabschluß besorgt. Besser aber verfährt man nach dem oben beschriebenen Verfahren, wonach die Reduktion des Chromoxyds mit Ca innerhalb einer Ba–Chlorid–Ca–Chloridschmelze: erfolgt, unter Verwendung eines offenen Tiegels, der durch Hochfrequenz unter Argon erhitzt wird. Das nach Lösen mit salpetersäurehaltigem Wasser gewonnene Pulver wird ein zweites Mal mit Salz und wenig Calcium reduziert, urn restliche Oxyde zu beseitigen. Es 1äßt sich nach dem Pressen bei 1300° im Hochvakuum entgasen, und wird unter geringem Argondruck bei 1600–1700° dicht, gesintert. Dei Sinterkörper ist bei 1250° walzbar. Man erhitzt ihn in einer Chlorbariumschmelze unter Benützung eines Nichrormtiegels. Das gewalzte Cr ist bei Zimmertemperatur spröde, und wird bei mäßiger Erhitzung verformbar. Es hat die Brinellhärte von etwa 150 im angelassenen Zustand. Die große Flüchtigkeit im Hochvakuum und die starke Angreifbarkeit durch die meisten Säuren, mit, Ausnahme von Salpetersäure, lassen vermutlich nür wenige Nutzanwendungen zu.