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Bipolare Leitung in festen Elektrolyten
Author(s) -
Tubandt C.,
Reinhold H.,
Liebold Georg
Publication year - 1931
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0863-1786
DOI - 10.1002/zaac.19311970121
Subject(s) - chemistry , nuclear chemistry , medicinal chemistry
Es werden die Überführungszahlen der festen Alkalihaloide NaF, NaCl, KCl, der Bleihaloide PbCl 2 , PbBr 2 , PbJ 2 und der Bariumhaloide BaF 2 , BaCl 2 , BaBr 2 bestimmt: 1 Die Bariumhaloide sind bei allen Versuchstemperaturen bis 650°, PbCl 2 und PbBr 2 bis in Schmelzpunktnähe praktisch reine Anionenleiter. 2 In den Alkalihaloiden, bei Temperaturen bis 400–450° reine Kationenleiter, werden bei höheren Temperaturen in zunehmendem Maße auch die Anionen beweglich; ihre Überführungszahlen erreichen bei den höchsten der angewandten Versuchstemperaturen folgende Werte:\documentclass{article}\pagestyle{empty}\begin{document}$$ \begin{array}{*{20}c} {{\rm NaF:}\,\,n_{{\rm F, 625}^{\rm 0} } = 0,139} \\ {{\rm NaCl:}\,\,n_{{\rm Cl, 620}^{\rm 0} } = 0,117} \\ {{\rm KCl:}\,\,n_{{\rm Cl, 600}^{\rm 0} } = 0,116} \\ \end{array} $$\end{document} . Die Überführungszahl des Cl‐Ions in natürlichen Steinsalzkristallen liegt durchschnittlich merklich höher als in Preßkörpern aus reinem NaCl. 3 Bleijodid ist in dem Überführungsmessungen zugänglichen Temperaturgebiet (250–290°), ein bipolarer Leiter mit sehr hoher Temperaturabhängigkeit der Überführungszahlen: überwiegende Anionenleitung bei niederer Temperatur verwandelt sich mit steigender Temperatur in überwiegende Kationenleitung ( n Pb,255° , = 0,38 → n Pb,290° = 0,68). Die gemessenen Werte stehen in guter Übereinstimmung mit den aus Leitfähigkeits‐ und Diffusionsmessungen (v. HEVESY und SEITH) sich berechnenden Werten.