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Löslichkeitsprodukte anorganischer Salze im flüssigen Ammoniak und ihr Vergleich mit den Verhältnissen in anderen Lösungsmitteln unter besonderer Berücksichtigung ihrer Dielektrizitätskonstanten. Nach Versuchen von Kurt Krieghoff (Leitfähigkeitsmessungen) und Bernhard von Freytag‐Loringhofen (Messungen von Konzentrationsketten)
Author(s) -
Fredenhagen Karl
Publication year - 1929
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0863-1786
DOI - 10.1002/zaac.19291860102
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , bromide , nuclear chemistry , polymer chemistry , inorganic chemistry
Durch die Untersuchungen amerikanischer Forscher war schon bekannt, daß viele anorganische Salze in [NH 3 ] ganz andere Löslichkeiten zeigen als in [H 2 O]. Teils durch Messungen der Leitfähigkeiten der gesättigten Lösungen, teils durch Konzentrationskettenmessungen wurden die Löslichkeiten der folgenden Salze in [NH 3 ] quantitative bestimmt: AgNO 3 , AgJ, AgBr, AgCl, AgF, NH 4 NO 3 , NH 4 J, NH 4 Br, NH 4 Cl, NH 4 F, KNO 3 , KJ, KBr, KCl, KF, KOH, LiF. Hierbei wurde im einzelnen folgendes festgestellt: Die Nitrate zeigen in [H 2 O] und in [NH 3 ] im allgemeinen angenähert gleiche Sättigungsionenkonzentrationen. Bei den Jodiden sind die Sättigungskonzentrationen in [NH 3 ] erheblich größer als in [H 2 O], und zwar beim AgJ um das 10 8 ‐fache. Beim AgF liegen die Verhältnisse dagegen umgekehrt. Hier ist die Sättigungskonzentration in [H 2 O] um rund 10 15 mal größer als in [NH 3 ], in dem die Fluoride — näher untersucht wurden noch KF, NH 4 F und LiF — überhaupt keine nachweisbare Löslichkeit zeigen. Die Löslichkeitsverhältnisse der Chloride und Bromide liegen zwischen diesen beiden Extremen, und zwar zeigen die Bromide in [NH 3 ] allgemein eine größere Sättigungsionenkonzentration als die Chloride.