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Plastizität V. Plastische Massen mit verschiedenen anorganischen Stoffen und die Möglichkeiten ihre keramischen Verwertung
Author(s) -
Ruff Otto,
Riebeth Adolf
Publication year - 1928
Publication title -
zeitschrift für anorganische und allgemeine chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.354
H-Index - 66
eISSN - 1521-3749
pISSN - 0863-1786
DOI - 10.1002/zaac.19281730133
Subject(s) - chemistry
Es wurde eine Reihe von festen gepulverten Stoffen mit Wasser und wäßrigen Lösungen, sowie verschiedenen organischen Flüssigkeiten zusammengeknetet bzw. zu Schlickern, Formlingen und gebrannter Ware verarbeitet. Die Fähigkeit, mit diesen Flüssigkeiten) plastische Massen zweiter Art zu bilden, hatten alle festen Stoffe, welche durch die Flüssigkeit zwar benetzt, aber nicht gelöst oder sonst wie im ganzen verändert wurden. Wesentlich für die Bildung solcher Massen war eine hinreichend starke Zerteilung des festen Stoffes und eine passende Wahl der Flüssigkeit. Mit reinem Wasser gaben SiO 2 , WO 3 und P rot gut plastische Massen. In allen anderen Fällen waren zur Erzeugung plastischer Massen saure Elektrolytlösungen nötig. Die Wirkung der Säuren wurde wieder wie in der vorausgegangenen Arbeit vor allem als eine solche ihrer [H . ] erkannt; in einzelnen Fällen muß die Ursache der Entwicklung plastischer Eigenschaften aber auch in der Adsorption bestimmter Elektrolyte gesehen werden, als deren Folge eine elektrolytische Spaltung der Adsorptionsverbindung eintritt. Beide Vorgänge führen zu einer elektrischen Aufladung der Oberfläche der festen Teilchen und zur Bildung einer Flüssigkeitshülle. Bei Verwendung anderer Flüssigkeiten als Wasser, bei denen nicht allein schon die Viscosität ausreicht, um plastische Massen erster Art zu bilden, scheint ein stark polarer Bau der Moleküle für die Bildung von plastischen Massen zweiter Art wesentlich zu sein.