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Einsatzmöglichkeiten von Kartoffelprotein in der Papierindustrie
Author(s) -
Wilhelm E.,
Kempf W.
Publication year - 1986
Publication title -
starch ‐ stärke
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.62
H-Index - 82
eISSN - 1521-379X
pISSN - 0038-9056
DOI - 10.1002/star.19860380707
Subject(s) - chemistry , gynecology , medicine
Spezialpapiere für moderne Selbst‐Durchschreibverfahren enthalten sogenannte Distanzhalter, um die mit Mikrokapseln beschichteten Oberflächen gegen unbeabsichtigte Farbbildung zu schützen. Koaguliertes Kartoffelprotein wurde nach unterschiedlichen Verfahren modifiziert, auf die geeignete Partikelgröße gebracht und auf seine Verwendbarkeit als Distanzhalter in Durchschreibpapieren geprüft. Die Modifizierung des Proteinkoagulats zielte vor allem auf einen erhöhten Weißgehalt, auf eine reduzierte Wasseraufnahme und die Einstellung der erforderlichen Druckstabilität ab. Laboratoriums‐und Technikumsergebnisse wurden zur Entwicklung eines technischen Verfahrens in Zusammenarbeit mit einem Kartoffelstärke‐ und einem Papierhersteller verwendet. Seit der letzten Kampagne wurden größere Proteinchargen auf einer Pilotanlage verarbeitet. Mit einer kombinierten Vermahlung und Windsichtung wurde das modifizierte Protein mit einem Durchsatz von 400 kg/h im Korngrößenbereich 10 bis 30 μm mit einer Ausbeute von 79% erhalten. Ein Verfahren zur Herstellung von Durchschreibpapieren mit Protein als Distanzhalter wurde anhand von Schreibintensitäts‐ und Rollentests auf die Verfärbungsneigung Geprüft. Daneben wurden die Funktion und der Ablauf des Durchschreibverfahrens anhand von Rasterelektronenmikroskop‐Aufnahmen kontrolliert. Neben den technischen Vorteilen sprechen vor allem die niedrigen Kosten für den Einsatz von Kartoffelprotein als Distanzhallter.