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Ausgewählte Beispiele aus der Physiologie des Kohlenhydratstoffwechsels und seiner Pathologie im Kindesalter: Glykogenspeicherkrankheit und Galaktosämie
Author(s) -
Hövels O.
Publication year - 1960
Publication title -
starch ‐ stärke
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.62
H-Index - 82
eISSN - 1521-379X
pISSN - 0038-9056
DOI - 10.1002/star.19600120801
Subject(s) - gynecology , philosophy , medicine
Zusammenfassung Die menschliche Pathologie kennt eine Anzahl von Krankheiten, die allein dadurch entstehen, daß die chemische Struktur einzelner Körperbausteine von der normalen abweieht. Man kann derartige Krankheiten mit P auling Molekularkrankheiten nennen. Da Änderungen oder Ausfall von Enzymaktivitäten Ursache der strukturellen Ahweichung sind, hat man für Krankheiten dieser Art die Sammelbezeichnung Enzymopathien vorgeschlagen. Als Beispiele für Molekularkrankheiten werden zwei verschiedene Formen der Glykogenspeicherkrankheit (Glykogenose) angeführt. Bei dem einen Typ fehlt das Ferment, das beim Glykogenabbau die 1,6‐glykosidischen Bindungen an den Verzweigsstellen abbaut, die Amylo‐1,6‐Glukosidase. Als Folge eines gestörten Glykogenabbaus wird ein pathologisches Glykogenmolekül im Körper gespeichert. Bei einem anderen Typ dieses Krankheitsbildes ist offenbar das Enzym, das die Verzweigungen der Glukoseketten im Glykogenmolekül veranlaßt (Amylo‐1,4‐1,6‐Transglukosidase), nicht genügend aktiv oder gar nicht vorhanden. Auf diese Weise entsteht ein langkettiges Glykogen, das von den normalen Fermenten der Glykogenolyse nicht angegriffen werden kann und im Organismus offenbar als Fremdkör per wirkt. In der Gruppe der Enzymopathien gibt es auch andere Arten von Krankheitsbildern. Sie entstehef dann, wenn ein Fermentausfall eine Stoffwechselkette unterbricht. Krankheitssymptome können als Folge dieser Blockierung dadurch entstehen, daß die Substanz, die dem ausgefallenen Ferment in der Stoffwechselkette folgt, fehlt oder in zu geringen Mengen vorhanden ist. Auf diese Weise sind eine ganze Reihe von Symptomen bei der dritten und häufigsten Forrn der Glykogenose zu erklären, bei der die Glukose‐6‐Phosphataseaktivität in Leber und Nieren fehlt oder sehr niedrig ist. Auf diese Weise kommt es zur Speicherung eines normal konfigurierten Glykogens, aus dem jedoch nicht in genügender Menge Glukose freigesetzt werden kann. Andererseits können auch dann Krankheitserscheinungen auftreten, wenn sich in Folge des Fermentausfalles, das Substrat des Fermentes im Organismus anreichert und toxisch wirkt. Als Beispiel hierfür wird die Galaktosämie angeführt. Ehe Galaktose im menschlichen Körper verwertet werden kann, muß sie in Glukose umgewandelt werden. Dies erfolgt unter der Einwirkung zweier Fermente. Fehlt das Ferment (Galaktose‐l‐Phosphat‐Uridyl‐Transferase), das die Galaktose in die zur Umwandlung notwendige Stoffwechselkette einschleust kommt es zur Anreicherung der Galaktose im Körper. Diese führt ihrerseits zur irreversiblen Schädigung bestimmter Gewebe.

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