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Über die Ermittlung der Verfestigungskurve durch den Torsionsversuch an zylindrischen Vollstäben und das Verhalten von vielkristallinem Kupfer bei sehr hoher plastischer Schubverformung
Author(s) -
Grewe H. G.,
Kappler E.
Publication year - 1964
Publication title -
physica status solidi (b)
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.51
H-Index - 109
eISSN - 1521-3951
pISSN - 0370-1972
DOI - 10.1002/pssb.19640060205
Subject(s) - physics , gynecology , medicine
Durch Torsionsversuche an zylindrischen Vollstäben wurde das Verfestigungsverhalten von vielkristallinem Kupfer bei Schubverformung bis zu Scherungen an der Probenoberfläche von γ = 11 (bei Raumtemperatur) bzw. γ = 8 (bei 77 °K) untersucht. Es kann abgeschätzt werden, daß diese Verformung mit einem Zugversuch vergleichbar ist, bei dem die Probe auf mehr als das zehnfache ihrer Ausgangslänge gedehnt wird. Aus den gemessenen Drehmoment‐Drehwinkel‐Kurven läßt sich die Schubspannung an der Probenoberfläche ermitteln, vorausgesetzt, daß die Scherung in einem Volumelement im Innern der Probe proportional zu seiner Entfernung von der Probenachse ist. Es konnte gezeigt werden, daß dies der Fall ist. Die Schubspannungs‐Scherungskurven erreichten bei Raumtemperatur einen Grenzwert τ m = 26,6 kp/mm 2 bei γ = 7,5. Die Versuche lassen vermuten, daß dieser Grenzwert durch eine konstante Fließspannung bedingt ist. Bei 77 °K bzw. 90 °K gelang es nicht, einen konstanten Wert der Schubspannung nachzuweisen, da die Proben vorher brachen. Aus Temperatur‐ bzw. Geschwindigkeitswechselversuchen ergab sich, daß τ m nur von der Temperatur und der Verformungsgeschwindigkeit abhängt, nicht aber von der Vorgeschichte der Probe.