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Geoengineering ist keine Lösung
Author(s) -
Kleidon Axel,
Renner Maik
Publication year - 2015
Publication title -
physik in unserer zeit
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3943
pISSN - 0031-9252
DOI - 10.1002/piuz.201401381
Subject(s) - physics , gynecology , environmental science , medicine
Der globale Wasserkreislauf transportiert gewaltige Mengen an Energie durch Verdunstung und anschließende Kondensation von der Erdoberfläche in die Atmosphäre. Er baut mit diesem latenten Energiefluss den planetaren Antrieb ab, in dem Sonnenlicht die Erdoberfläche erwärmt und Abstrahlung ins Weltall die Atmosphäre kühlt. Eine Betrachtung der globalen Energiebilanz zusammen mit der thermodynamischen Grenze von Luftbewegung als Wärmekraftmaschine liefert eine einfache Abschätzung, die das Verhalten von weitaus komplexeren Klimamodellen erstaunlich gut wiedergibt. Dabei zeigt sich, dass der Wasserkreislauf stärker auf eine Erwärmung durch Solarstrahlung reagiert als auf Änderungen des Treibhauseffekts. Die Konsequenz: Geoengineering kann eine globale Klimaerwärmung mitsamt ihren Folgen für den Wasserkreislauf nicht einfach rückgängig machen, indem es die Solarstrahlung verringert.