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Kein Punkt für die große Vereinheitlichung
Publication year - 1994
Publication title -
physik in unserer zeit
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3943
pISSN - 0031-9252
DOI - 10.1002/piuz.19940250606
Subject(s) - physics
Erhaltungssätze sind in der Elementarteilchenphysik die Folge von Symmetrien. So ergibt sich die Ladungserhaltung aus der lokalen Eichinvarianz der Elektrodynamik. Im heutigen Standardmodell gibt es jedoch auch unverstandene Symmetrien. So liegt der Erhaltung der Baryonenzahl keine physikalisch begründbare Symmetrie zu Grunde. Tatsächlich verlangen die über das Standardmodell hinausgehenden Theorien der großen Vereinheitlichung, die die elektroschwache Kraft mit der starken Kraft vereinigen, eine Verletzung der Baryonenzahlerhaltung. Das einfachste solche Modell, SU(5), verlangte den Zerfall des Protons, d. h. den Sprung der Baryonenzahl von +1 auf 0, mit einer meßbaren Rate. Dies ist jedoch im Widerspruch zum Experiment. Im Modell SO(10) hingegen ist der Protonenzerfall unterdrückt, in Übereinstimmung mit dem Experiment, stattdessen sollte sich beispielsweise ein Neutron auf einer Zeitskala von 10 8 his 10 9 Sekunden in sein Antiteilchen umwandeln. Dabei wurde die Baryonenzahl von +1 auf ‐1 springen. Eine Gruppe von Physikern aus Heidelberg, Padua und Pavia konnte in einem empfindlichen Experiment solche Neutron‐Antineutron Oszillationen nicht nachweisen und zeigte damit, daß die Zeitkonstante hierfür größer als 0,86·10 8 Sekunden sein muß [1]. Damit steht ein experimenteller Nachweis der Richtigkeit dieser theoretischen Ansätze für die große Vereinheitlichung weiterhin aus.

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