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Die Goldmacher in Darmstadt: Über das Verhältnis von Neugier und Profit in der Forschung
Author(s) -
Frühwald W.
Publication year - 1995
Publication title -
physikalische blätter
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3722
pISSN - 0031-9279
DOI - 10.1002/phbl.19950510907
Subject(s) - humanities , philosophy , art
Anläßlich der Feier zum 25jährigen Bestehen der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) hielt DFG‐Präsident Wolfgang Frühwald eine vielbeachtete Rede. Ausgehend vom romantischen „Märchen vom Schulmeister Klopfstock und seinen fünf Söhnen” von Clemens von Brentano, vermittelte er seinen Zuhörern eine andere, weniger vertraute Anschauung vom Begriff der Elemente. Übertragen auf die Wissenschaftspolitik, von der die Rede hauptsächlich handelte, machte Frühwald den Dichter zum Mitstreiter im Kampf gegen die Zweck‐ und Verwertungsorientierung von Forschung, wie sie heute um sich greift: Im Märchen wird das zweckloseste, was das Leben kennt, die Liebe und die Poesie, in den Rang eines Grundelementes gehoben, als quinta essentia neben die Elemente der Antike, Luft, Feuer, Wasser und Erde, gestellt. Den Niedergang des Ansehens von Grundlagenforschung wertet Frühwald als eines von vielen Symptomen für einen umfassenden Kulturwandel. Als verhängnisvoll schätzt er die Tendenz ein, die ihrer Natur nach grundlegend verschiedenen Wissenskreisläufe des technischen Innovationsprozesses und des Forschungsprozesses — der erste ist evolutionär, der zweite revolutionär ‐aufeinander abzubilden. Wer das versuche, rüttele an den Grundlagen unserer Zivilisation. (Red.)

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