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Zum Wechselverformungsverhalten von vergütetem 42 CrMo 4 bei zweistufiger Zug‐Druck‐Beanspruchung
Author(s) -
Schulze V.,
Lang K.H.,
Vöhringer O.,
Macherauch E.
Publication year - 1998
Publication title -
materialwissenschaft und werkstofftechnik
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.285
H-Index - 38
eISSN - 1521-4052
pISSN - 0933-5137
DOI - 10.1002/mawe.19980291107
Subject(s) - gynecology , chemistry , physics , medicine
Zum Verfomungsverhalten von Stählen bei zwei‐und mehrstufiger Wechselbeanspruchung liegen bisher fast ausschließlich lebensdauerorientierte Untersuchungen vor. Deshalb wurden an vergütetem 42 CrMo 4 die Wechselverformungsvorgänge genauer analysiert, die bei nennspannungs‐ und totaldehnungskontrollierten Beanspruchungen mit einem Amplitudenwechsel (Zweierblockversuche) sowie mit mehrfachem Wechsel zwischen zwei Blöcken bestimmter Länge und verschiedenen Amplituden (Mehrfachblockversuche) auftreten. Dabei wurden den einzelnen Blöcken unter Rückgriff auf die früher ermittelten Nennspannungs‐ und Totaldehungswöhlerkurven nach Miner definierte Schädigungen zugeordent. Bei Zweierblockversuchen werden beim Wechsel von großen zu kleinen Amplituden Minerbruchschädigungen kleiner Eins und bei umgekehrten Amplitudenwechseln solche größer Eins beobachtet. Dagegen bestehen bei Mehrfachblockversuchen keine allgemeingültigen Zusammenhänge zwischen der Minerbruchschädigung und den Versuchsparametern. Bei allen Versuchen tritt, wie auch bei allen einstufigen Experimenten, ausschließlich wechselentfestigendes Werkstoffverhalten auf. In Zweierblockversuchen fürhren jedoch die Entfestigungsprozesse bei der großen Beanspruchungsamplitude nach Übergang zu der kleineren dazu, daß sich bei dieser erheblich größere plastische Dehnugsamplituden als im Einstufenversuch ausbilden. Bei Mehrfachblockversuchen nimmt dagegen mit abnehmender Länge und zunehmendem Anteil der Blöcke mit der kleineren Amplitude die Entfestigung bei der jeweils folgenden großen Beanspruchungsamplitude ab. Dies ist möglicherweise den Auswirkungen statischer Reckalterungsffekte zuzuschreiben. Bei totaldehnungskontrollierten zweistufigen Wechselverformungsexperimenten treten im wesentlichen die gleichen Erscheinungen auf wie bei nennspannungskontrollierten. Allerdings wird das Verhalten von der bei großen Totaldehnungsamplituden ausgeprägten anfänglichen Entfestigung und von der selbstentlastend wirkenden Versuchsführung bestimmt, die eine Quasistabilisierung hervorrufen kann.