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Zum Einfluß von Si und P auf das Verzinkungsverhalten Von Baustählen
Author(s) -
Katzung W.,
Rittig R.
Publication year - 1997
Publication title -
materialwissenschaft und werkstofftechnik
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.285
H-Index - 38
eISSN - 1521-4052
pISSN - 0933-5137
DOI - 10.1002/mawe.19970281209
Subject(s) - chemistry
Es wurde das Verzinkungsverhalten von 40 aktuellen Baustählen in Abhängigkeit vom komplexen Einfluß des Si‐/P‐Gehaltes bei den in der Feuerverzinkungsindustrie üblichen Bedingungen (440/450/460 °C, 5/10/15 min Tauchdauer) untersucht. Eine spürbare Wirkung von P auf das Schichtdickenwachstum von Stählen mit 0,01 bis 0,40 % Si beginnt bei > 0,020 % P. Der Einfluß von P ist um so größer je kleiner der Si‐Gehalt der Stählen und je niedriger die Temperatur der Schmelze ist. Bei Stählen mit ≤ 0,12 % Si verschiebt ein erhöhter P‐Gehalt die Schichtdickenmaxima in dem Temperaturbereich von 440 bis 450 °C, wie das sonst für Stähle > 0,12 % bis 0,28 % Si mit < 0,020 % P typisch ist. Zinküberzüge von Stählen mit kritischem P‐/Si‐Gehalt (0 bis 0,20 % Si/> 0,020 % P) sind in der Regel instabiler. Bei erhöhter Tauchdauer und o. g. Temperatur kann es zu einem Abschwimmen der ξ‐Phase in die Zinkschmelze kommen. Auch bei Sandelin‐Stählen im kritischsten Si‐Bereich (0,07 bis 0,10 %) mit < 0,020 % P konnte das bei 15 min Tauchdauer festgestellt werden. Es ist möglich, die Schichtdicke der Zinküberzüge durch Zulegieren kleiner Al‐Gehalte zur Zinkschmelze (< 0,03 %) zu reduzieren. Die Ursache dieses Effektes von Al unterhalb der Konzentration, die für die bekannte Hemmwirkung durch Ausbildung einer dünnen Fe 2 Al 5 ‐bzw. Al‐haltigen δ 1 1‐Schicht auf der Stahloberfläche erforderlich ist, wird auf die Instabilität der ξ‐Phase, die anteilig in die Zinkschmelze abschwimmt, Zurückgeführt.