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Wasserstoffversprödungsanfälligkeit hochfester Werkstoffzustände. Teil 2: Untersuchungen zur Wasserstoffversprödungsanfälligkeit einsatzgehärteter und einsatzvergüteter Blechschrauben
Author(s) -
Kloos K. H.,
Beyer St.
Publication year - 1992
Publication title -
materialwissenschaft und werkstofftechnik
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.285
H-Index - 38
eISSN - 1521-4052
pISSN - 0933-5137
DOI - 10.1002/mawe.19920230908
Subject(s) - physics
Ergebnisse der Untersuchungen zur Wasserstoffver‐sprödungsanfälligkeit einsatzgehärteter und einsatzvergüteter Blechschrauben lassen sich wie folgt zusammenfassen: Alle untersuchten einsatzgehärteten und einsatzvergüteten Werkstoffzustände sind wasserstoffversprödungsanfällig. besonders anfällig sind erwartungsgemäß die einsatzgehärteten Zustände. Nach dem Einstzhärten ohne nachfolgendes Anlassen können ausgeprägt zeitabhängige Veränderungen der mechanischen Eigenschaften beobachtet werden, die in einklang stehen mit dem bruchverhalten im Zeitstand‐versuch. Nach einer Raumtemperaturlagerung von 2 bis 3 Monaten finden keine Veränderungen der mechanischen Eigenschaften mehr statt, und die Ausfallrate im Zeitstandversuch geht auf Null zurück. Aus dem bisherigen Kenntnisstand kann geschlossen werden, daß für dieses Verhalten in erster Linie eine Wasserstoffefusion maßgebend ist, die aber vermutlich überlagert ist von zeitabhängigen Gefügeveränderungen infolge von Diffusionsvorgängen, insbesondere Kohlenstoffdiffusion. Nach dem anlassen einsatzgehärteter Werkstoffzustände werden keine meßbaren zeitabhängigen Veränderungen der mechanischen Kennwerte mehr festgestellt, und es treten im Zeitstandversuch bei Versuchsdauern bis zu 500 h keine Brüche auf. Die galvanische Oberflaächenbehandlung, wie sie hier vorgenommen wurde, bewirkt keine meßbaren veränderungen der mechanischen eigenschaften (Festigkeits‐ und Zähigkeitseigenschaften). Die Wasserstoffversprö‐dungsanfälligkeit ist jedoch in Zeitstandversuchen deutlich nachweisbar.