Premium
Neue Werkstoffe für die Chemische Verfahrenstechnik mit besonderen Anforderungen an den Apparatebau
Author(s) -
Heubner U.,
Hoffmann T.,
Könler M.
Publication year - 1997
Publication title -
materials and corrosion
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.487
H-Index - 55
eISSN - 1521-4176
pISSN - 0947-5117
DOI - 10.1002/maco.19970481202
Subject(s) - gynecology , humanities , art , medicine
Bei neuen Werkstoffen läßt sich das für ihre Verarbeitung im Apparatebau maßgebliche Eigenschaftsspektrum in der Regel nicht vollständig aus den zunächst ausschließlich vorhandenen Labordaten ableiten. Sie erfordern deshalb in der Einführungsphase eine größere Zahl von Arbeitsproben und Verfahrensprüfungen als andere bereits in der Technik etablierte Werkstoffe, und auch dann noch eine erhöhte ingenieurmäßige Betreuung. Insofern stellt jeder neue Werkstoff alleine auf Grund der Tatsache, daß er neu ist, erhöhte Anforderungen an den Apparatebau. Neue Werkstoffe können darüberhinaus besondere Anforderungen dadurch stellen, daß sie für ihre Verarbeitung besondere Kenntnisse und Maßnahmen erfordern, die zum Teil auch wiederum erst aus Arbeitsproben und Verfahrensprüfungen deutlich werden. Beispielhaft hierfür werden die Werkstoffe Nicrofer 3127 hMo – Alloy 31 (1.4562), Nicrofer 2509 Si 7 – Alloy 700 Si (1.4390) und Nicrofer 6025 HT – Alloy 602 CA (2.4633) vorgestellt. Im Fall von Alloy 31 (1.4562) bedingt die sich in einem sehr breiten mittleren Temperaturbereich ausscheidende Sigma‐Phase überraschenderweise keine Schweißprobleme. Es ist daher die Erfordernis der sehr hohen Lösungsglühtemperatur von mindestens 1150°C bis 1180°C unbedingt zu beachten, da andernfalls zwar nicht mit Sensibilisierung, wohl aber mit reduzierter Loch‐ und Spaltkorrosionsbeständigkeit zu rechnen ist. Alloy 700 Si (1.4390) weist eine eingeschränkte Schweißbarkeit auf, infolge rascher Duktilitätsabnahme aufgrund von Silizid‐Ausscheidung im mittleren Temperaturbereich. Dieser eingeschränkten Schweißbarkeit muß schon von der Anlagen‐Konstruktion her Rechnung getragen werden. Die besonderen Anforderungen richten sich hier also mehr an den Konstrukteur als an den Apparatebauer. Alloy 602 CA (2.4633) erfordert für wettbewerbsfähige Verarbeitungskosten die Erarbeitung von Hochleistungs‐Schweißverfahren, die für den jeweiligen Anwendungsfall geeignet sind, wie z. B. das UP‐Schweißen oder das WIG‐Heißdrahtschweißen und die Verfügbarkeit entsprechend der Schweißpulver oder Anlagen.