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Erprobung verschiedener metallischer Legierungen für die Abwasseraufbereitung hinter Rauchgasentschwefelungsanlagen
Author(s) -
Altpeter E.,
Wallis E.,
Heubner U.
Publication year - 1994
Publication title -
materials and corrosion
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.487
H-Index - 55
eISSN - 1521-4176
pISSN - 0947-5117
DOI - 10.1002/maco.19940451002
Subject(s) - chemistry , nuclear chemistry , medicinal chemistry , polymer chemistry
Die Entschwefelung von Rauchgasen aus kohlebefeuerten Kraftwerken erfolgt in 90% der Anlagen mit Naßwaschverfahren. Bei diesem Waschprozeß mit Suspensionen aus Kalkmilch oder Kalkstein werden neben Schwefeldioxid auch alle anderen Bestandteile der Rauchgase ausgewaschen. Während die Schwefelverbindungen weitgehend als Calciumsulfat (Gips) in der Fest‐Flüssig‐Trennung abgeschieden werden, verbleiben die wasserlöslichen Bestandteile, deren Hauptanteil Calciumchlorid ist, in dem Abwasser. Da die Salzfracht der in kommunale Abwässer bzw. in Obertlächenwasser einzuleitenden Abwässer gesetzlich begrenzt ist, müssen die Abwässer durch Eindampfung, Umsalzung oder Wertstoff‐Rückgewinnung entsorgt werden. Für die Eindampfkristallisation dieser äußerst korrosiven Abwässer, die je nach Verfahren bis zu einem deponierfähigen Produkt führt, war eine wirtschaftliche Lösung mit metallischen Werkstoffen zu erarbeiten. In einer Parameterstudie wurde mit elektrochemischen Prüfmethoden der Einfluß des pH‐Wertes, des Fe 3+ ‐, F − ‐ und SO 2 ‐ Gehaltes in einer Lösung aus 200 g/l CaCl 2 + 30 g/l NaCl bei 80°C auf die Lochkorrosionsbeständigkeit eines nichtrostenden Stahls and verschiedener NiCrMo‐Legierungen untersucht. Zusätzlich wurden elektrochemische und Auslagerungsversuche (z. B. Spaltkorrosionstests) in Original Abwassereindampfprodukten mit 43 bis 50% Trockensubstanz aus den Kraftwerken Reuter‐West, Oberhavel und Rudow der BEWAG, Berlin, durchgeführt. Von den geprüften Werkstoffen erwiesen sich die NiCrMoLegierungen 2.4605 (NiCr 23 Mo 16 Al, Alloy 59), 2.4602 (NiCr 21 Mo 14 W, Alloy 22), 2.4819 (NiMo 16 Cr 15 W, Alloy C276) unter den Bedingungen der dritten Stufe der Eindampfkristallisation als beständig, wobei die Beständigkeit der Werkstoffe in der aufgeführten Reihenfolge abnimmt. Der nichtrostende Stahl 1.4529 (X 2 NiCrMoCu 25 20 6) und die NiCrMo‐Legierung 2.4856 (NiCr 22 Mo 9 Nb, Alloy 625) erfuhren in nahezu allen Prüflösungen beim Redoxpotential Lochkorrosion. Auch die Legierung 2.4610 (NiMo 16 Cr 16 Ti, Alloy C‐4) erwies sich als nicht immer ausreichend beständig. Bei der Eindampfkristallisation ist darauf zu achten, daß der pH‐Wert nicht unter 5 absinkt, das Redoxpotential des Abwassers unter dem Lochkorrosions‐ bzw. transpassiven Auflösungspotential der NiCrMo‐Legierungen bleibt, und daß Spalte nach Möglichkeit vermieden werden.

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