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Korrosionsverhalten einiger hochlegierter Stahl und Hartgußsorten in Waschwässern von Rauchgas‐Entschwefelungs‐Anlagen
Author(s) -
Tischner H.,
Pieger B.,
Ziegler H.
Publication year - 1989
Publication title -
materials and corrosion
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.487
H-Index - 55
eISSN - 1521-4176
pISSN - 0947-5117
DOI - 10.1002/maco.19890401002
Subject(s) - chemistry , nuclear chemistry
Mit Hilfe von Auslagerungsversuchen und elektrochemischen Messungen wurden die Anwendungsgrenzen des nichtrostenden austenitischen Stahlgusses 1.4408, der beiden nichtrostenden ferritisch‐austenitischen Sonderstahlgußsorten NORIDUR® 9.4460 und NORICLOR® NC 246 und der beiden hochlegierten ferritisch‐carbidischen Hartgußsorten NORILOY NL 25 und NL 252 in Waschwässern von Rauchgas‐Entschwefelungs‐Anlagen (REA) bestimmt. Während der Stahlguß 1.4408 wegen zu geringer Beständigkeit gegen gleichmäßige Flächen‐ und insbesondere Loch‐ und Spaltkorrosion für den Einsatz in REA‐Waschwässern nicht geeignet ist, läßt sich der ferritisch‐austenitische Stahlguß NORIDUR® 9.4460 in Waschlösungen mit pH > 2,5 und Chloridgehalten bis 80 g/1, der mit 5% Mo legierte NORICLOR® NC 246 sogar in Wässern mit pH > 1,5 und Chloridgehalten bis 100 g/l problemlos einsetzen. In stark sauren Lösungen unterhalb der genannten pH‐Werte korrodieren beide Stahlgußsorten in Form selektiver Korrosion der austenitischen oder der ferritischen Phase, je nach Salzsäuregehalt der Lösung. Bei Chloridgehalten jenseits der Grenzwerte tritt an den passiven Werkstoffen Lochfraß auf. Der ferritisch‐carbidische Hartguß NORILOY NL 25 2 mit 25% Cr und 2% Mo ist in Lösungen mit pH > 3,5 einsetzbar. Da die ferritische Matrix durch die ausgeschiedenen Carbide kathodisch geschützt wird, reagiert der Werkstoff wenig auf Erhöhung des Chloridgehaltes in der Lösung. In Lösungen mit pH < 3,5 wird selektive Korrosion der ferritischen Matrix beobachtet. Für den praktischen Einsatz all dieser Gußwerkstoffe müssen die allein fü korrosive Beanspruchungen geltenden Grenzwerte allerdings oft modifiziert werden, um dem realen Belastungskollektiv aus Korrosion, Erosion/Abrasion und Kavitation an strömungsführenden Bauteilen in REA‐Waschkreisläufen gerecht zu werden.