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Kinetik der wasserstoffinduzierten Spannungsrißkorrosion—Tell 1: Wesentliche Einflußgrößen des Bruchvorgangs im Hinblick auf hochfeste Stähle
Author(s) -
Stellwag B.,
Kaesche H.
Publication year - 1982
Publication title -
materials and corrosion
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.487
H-Index - 55
eISSN - 1521-4176
pISSN - 0947-5117
DOI - 10.1002/maco.19820330505
Subject(s) - art , gynecology , physics , humanities , medicine
Anhand der Literatur wird auf einige wesentliche Aspekte des wasserstoffinduzierten spröden Bruches im Hinblick auf hochfeste Stähle eingegangen. Die Durchsicht zeigt, daß die elektrochemischen Bedingungen im Bereich der Rißspitze selbstregulierend sind und nur schwer von außen beeinflußt werden können. Die erhöhte Wasserstofflöslichkeit in aufgeweiteten Gitterbereichen bewirkt eine Wechselwirkung des interstitiell im Werkstoff gelösten Wasserstoffs mit Spannungsfeldern. Mit steigender Materialfestigkeit üben deshalb besonders hoch belastete Werkstoffbereiche, wie sie z. B. vor Rissen oder an Kerben vorliegen, eine zunehmende Sogwirkung auf gelösten Wasserstoff aus. Nachdem kurz auf Theorien und die Kinetik des wasserstoffinduzierten Bruches hochfester Stähle eingegangen wird, wird anhand einer überschlägigen Bilanz der wesentlichen, beim wasserstoffinduzierten Dekohäsionsbruch auftretenden Kräfte die Bedeutung der Werkstoffestigkeit für die Kinetik des Reißens herausgestellt. Parallelen zum wasserstoffinduzierten spröden Bruch hochfester Aluminium‐ und Titanlegierungen werden aufgezeigt. Die Gemeinsamkeiten im Bruchverhalten legen die Vermutung nahe, daß auch beim wasserstoffinduzierten Bruch von Titanlegierungen Dekohäsionsvorgänge von Bedeutung sind. Von Aluminiumlegierungen ist dieser Effekt bekannt.