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Dehnungsinduzierte Korrosionsprozesse
Author(s) -
Herbsleb G.,
Pöpperling R.,
Schwenk W.
Publication year - 1978
Publication title -
materials and corrosion
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.487
H-Index - 55
eISSN - 1521-4176
pISSN - 0947-5117
DOI - 10.1002/maco.19780290302
Subject(s) - chemistry
Bei der Untersuchung der Spannungsrißkorrosion standen bisher statische Belastungen σ im Vordergrund. Eine weitere Einflußgröße, die bisher weniger beachtet wurde, ist die durch eine mechanische Spannung erzeugte Dehnung ϵ. Zunehmend werden auch den zeitlichen Änderungen dieser Einflußgrößen, \documentclass{article}\pagestyle{empty}\begin{document}$ \dot \sigma $\end{document} und \documentclass{article}\pagestyle{empty}\begin{document}$ {\dot \varepsilon }$\end{document} , Beachtung geschenkt. Eine durch Aufbringen einer Last erzeugte Dehnung kann zwei Wirkungen haben: (i) Aufreißen von Schutzschichten und/oder (ii) mechanische Stimulation der anodischen Metallauflösung. Beide Schadenstypen werden erörtert. Der Schadenstyp (i) wird als spannungsinduzierte, der Schadenstyp (ii) als dehnungsinduzierte Korrosion bezeichnet. Es wird untersucht, ob bei der Spannungsrißkorrosion der Schadenstyp (ii) stets beteiligt ist. Für einige Systeme ist diese Frage mit Sicherheit zu verneinen, bei zahlreichen Systemen hat jedoch die Dehngeschwindigkeit einen Einfluß auf das Auftreten von Spannungsrißkorrosion. Die jeweiligen Systeme werden näher beschrieben. Wesentlich für die aufgestellten Betrachtungen ist die Einführung einer unteren und oberen kritischen Dehngeschwindigkeit für das Auftreten von Spannungsrißkorrosion. Übergänge von dehnungsinduzierter Spannungsrißkorrosion zur Schwingungsrißkorrosion liegen bei sehr hohen unteren kritischen Dehngeschwindigkeiten vor. Aus dem Einfluß der Dehnung auf die Spannungsrißkorrosion ergeben sich Folgerungen für die Anwendung von Prüfverfahren zum Erkennen einer Anfälligkeit metallischer Werkstoffe für Spannungsrißkorrosion.