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Quantitative, röntgenographische Phasenanalyse verschiedener Rosttypen
Author(s) -
Keller Paul
Publication year - 1967
Publication title -
materials and corrosion
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.487
H-Index - 55
eISSN - 1521-4176
pISSN - 0947-5117
DOI - 10.1002/maco.19670181002
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , physics , biology
Es wird eine röntgenographische Analysenmethode beschrieben, welche auch bei Anwesenheit einer amorphen Phase genaue Ergebnisse liefert. Zu diesem Zweck muß neben den Intensitäten ausgesuchter Interferenzen der Massenschwächungskoeffizient der Proben gemessen werden. Es wird eine Meßanordnung beschrieben, mögliche Fehlerquellen werden diskutiert. Außerdem wird gezeigt, daß durch eine unterschiedliche Packungsdichte dann keine Fehler entstehen, wenn der Massenschwächungskoeffizient und die Intensität am gleichen Präparat bestimmt werden. Im Rost werden neben Goethit, Lepidokrokit und Magnetit erstmals Siderit und Akaganéit nachgewiesen. Hämatit und Maghemit wurden nicht beobachtet. Mit Hilfe der Ergebnisse der quantitativen röntgenographischen Phasenanalyse können 5 Rosttypen unterschieden werden. Die Typen „Seerost” und „Waldrost” entstehen in reiner Luft bei verschiedenen Feuchtigkeitsgehalten. Für die Entstehung der restlichen Rosttypen sind Fremdionen von Bedeutung. Es sind beim „Industrierost” SO 4 ‐lonen, beim „Siderithaltigen Rost” HCO 3 ‐Ionen, vermutlich unter Luftabschluß und beim „Akaganéit‐Rost” Cl‐Ionen. Die Untersuchung der „amorphen” Phase ergibt, daß rd. 25% des Betrages durch Gitterfehler vorgetäuscht werden. Der Rest ist röntgenamorph und besitzt einen Chemismus, welcher weitgehend den kristallinen Phasen entspricht.