Premium
Vergleichende Untersuchungen zur Pflanzenverfügbarkeit von Phosphat aus verschiedenen P‐Recycling‐Produkten im Keimpflanzenversuch
Author(s) -
Römer Wilhelm
Publication year - 2006
Publication title -
journal of plant nutrition and soil science
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 1436-8730
DOI - 10.1002/jpln.200520587
Subject(s) - chemistry , nuclear chemistry , microbiology and biotechnology , biology
Die Weltreserven an Rohphosphaten hoher Qualität und moderater Abbaukosten reichen noch für ca. 90 Jahre. Daraus leitet sich die Notwendigkeit des Phosphat (P)‐Recyclings aus P‐haltigen Abfällen ab. In Deutschland fallen jährlich 2,4 × 10 6 t Trockenmasse Klärschlamm und über 600.000 t Abfälle tierischen Ursprungs an. Mit dem daraus recycelten P könnte der größte Teil der bisherigen P‐Mineraldünger ersetzt werden. Verlässliche Daten über die Pflanzenverfügbarkeit des P liegen für viele Produkte des P‐Recyclings jedoch noch nicht vor. In einem 21‐tägigen Keimpflanzenversuch (Applikation von 20 mg P (300 g Quarzsand) –1 in 10 cm × 10 cm × 6 cm großen Plastikgefäßen; Aussaat von 100 Roggenkörnern; Einstellung auf 65% der max. Wasserkapazität) wurden daher 26 P‐Verbindungen überprüft (u. a. verschiedene Calcium‐, Magnesium, Eisen‐, Aluminium‐, Ammonium‐ bzw. Magnesium‐Ammonium‐Phosphate, Thomasphosphate). Als Kontrolle wurde eine Variante ohne P‐Gabe eingesetzt. Die Netto‐P‐Aufnahme (P‐Menge in Sprossen und Wurzeln minus P‐Menge in den Kontrollpflanzen) ergab Auskunft über die P‐Verfügbarkeit für die Pflanzen. Die P‐Aufnahme aus den Ca‐Phosphaten sank erwartungsgemäß vom primären Ca‐Phosphat (als Referenz gleich 100 % gesetzt) bis zum Ca‐Apatit auf 10 %. Aus primärem, sekundärem und tertiärem Mg‐Phosphat wurden P‐Mengen ähnlich denen aus dem primären Ca‐Phosphat aufgenommen. Das gleiche galt für die P‐Aufnahme aus Ammonium‐Phosphat und Magnesium‐Ammonium‐Phosphat (Struvit). Thomasphosphate und Sinterphosphate zeigten nur etwa 42 bis 65 % der P‐Verfügbarkeit von primärem Ca‐Phosphat. Insbesondere Fe‐Phosphat versagte völlig als P‐Quelle. Als agronomisch interessante P‐Recyclingprodukte erwiesen sich die Magnesium‐ sowie die Magnesium‐Ammonium‐Phosphate. Zur weiteren Absicherung dieser Ergebnisse müssen diese Produkte in verschiedenen Böden sowohl in Gefäß‐ als auch Feldversuchen überprüft werden.