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Geo‐Pedogenese mariner Rohmarschen Spiekeroogs
Author(s) -
Giani Luise,
Ahrens Vera,
Duntze Oliver,
Irmer Sven Kruse
Publication year - 2003
Publication title -
journal of plant nutrition and soil science
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 1436-8730
DOI - 10.1002/jpln.200390057
Subject(s) - chemistry , physics , microbiology and biotechnology , biology
Während für niedersächsische Rohmarschen im allgemeinen erhebliche Kalkvorräte charakteristisch sind, wurden auf Spiekeroog kalkfreie initiale Marschen gefunden. Ziel dieser Arbeit war es deshalb, die Marschböden Spiekeroogs vergleichend zu denen des Festlandes zu untersuchen und die Ursache des Fehlens von Carbonat zu klären, die im Zusammenspiel von Schwefel‐Dynamik und Sedimentationsverhalten vermutet wurde. Die Rohmarschen Spiekeroogs sind bezüglich ihres Bewuchses, vieler physikalischer Parameter und vor allem chemischer Eigenschaften (z. B. pH, C org , Salinität, Fe o, d , aK, KAK) vergleichbar mit denen der niedersächsischen Festlandsküste. Im Unterschied erstrecken sich die Rohmarschprofile Spiekeroogs über die gering mächtigen Marschensedimente und den darunter liegenden Sand, sind schluffreicher und tonärmer sowie carbonatärmer (0, 3 – 34, 5 g kg –1 ). Eine Kartierung wies kalkfreie Flächen aus. Die vergleichsweise moderate Schwefel‐Dynamik ist durch eine zeitlich und räumlich stabile SO 4 ‐S‐Fraktion, im Mittel von 0, 3 – 0, 6 mg g –1 gekennzeichnet. Mit 1, 5 – 2, 9 mg g –1 ist auch die HNO 3 ‐HCl‐S‐Fraktion eher stabil, während vor allem die HCl‐S‐Fraktion, bei großen Unterschieden zwischen den Standorten, in Korrelation mit sich ändernden Redoxpotenzialen einer zeitlichen Variabilität (monatlich HCl‐S‐Abnahmen bzw. Anstiege ∅ 0, 2 mg g –1 ) unterlag. Die vertikale Cs‐137‐Verteilung zeigte Peaks in 3 – 4 und 7 – 8 cm Bodentiefe und damit eine eher geringe Sedimentationsrate von 0, 2 – 0, 5 cm a –1 . Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Schwefel‐Dynamik über längere Zeiträume zu erheblichen Kalkverlusten führt, die aufgrund der relativ geringen Sedimentationsrate und damit geringen Neuanlieferung von Carbonaten nicht ausgeglichen wird, so dass die Rohmarschen Spiekeroogs entkalkt in die terrestrische Bodenentwicklungsphase übergehen werden. Neben dem rezent üblichen Weg der Pedogenese der Kleimarschen über Roh‐ und Kalkmarschen gibt es den von Rohmarschen direkt zu Kleimarschen, der auch z. T. für heute alte Kleimarschen (Brackmarschen) Niedersachsens für möglich gehalten wird.