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Vernachlässigte Phosphor‐ und Kaliumdüngung im ökologischen Landbau senkt die biologische Stickstofffixierung bei Rotklee und den Kornertrag bei nachfolgendem Hafer
Author(s) -
Römer Wilhelm,
Lehne Philipp
Publication year - 2004
Publication title -
journal of plant nutrition and soil science
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 1436-8730
DOI - 10.1002/jpln.200320337
Subject(s) - chemistry , horticulture , zoology , biology
In Betrieben des ökologischen Landbaus spielt die biologische Stickstoff (N 2 )‐Fixierung der Leguminosen die entscheidende Rolle für den N‐Input. Eine nicht ausreichende Versorgung der Leguminosen mit Phosphor (P), Kalium (K) und Schwefel (S) vermindert deren N 2 ‐Fixierungsleistung und damit das Gesamtpotenzial der pflanzlichen Produktion. Um diese Zusammenhänge deutlich zu machen, wurde aus einer Ackerfläche eines Betriebes des ökologischen Landbaus, der seit über drei Jahrzehnten weder Dünger noch Futter zugekauft hat, Boden entnommen und ein Gefäßversuch mit Rotklee und nachfolgend Hafer durchgeführt. Der Boden war ein toniger Schluff (Parabraunerde aus Löss, Südniedersachsen) mit einem pH (CaCl 2 ) von 5,4 sowie 5 mg kg –1 laktatlöslichem P (CAL‐P) und 110 mg kg –1 laktatlöslichem K (CAL‐K). Pro Gefäß wurden dem Boden (Mitscherlichgefäße, 6 kg) 400 mg P als (i) Triplesuperphosphat (TSP), (ii) Rohphosphat (RP), (iii) Bioabfallkompost (BAK), (iv) TSP + 1000 mg K als K 2 SO 4 (TSP+K) bzw. (v) nur 200 mg P als Rohphosphat (RP/2) zugegeben. Eine Kontrollvariante erhielt keinen Dünger. Die P‐Zufuhr führte zu einer signifikanten Erhöhung des P‐Gehalts in den Rotkleepflanzen und erhöhte deren Trockenmasse (TM)‐Ertrag um 60 bis 130 % sowie die N‐Mengen in den Pflanzen um 64 bis 139 %. Zwischen TSP und RP bestanden keine signifikanten Unterschiede. Der BAK wirkte beim N‐Ertrag signifikant besser als TSP oder RP. Die Variante TSP+K erbrachte bezogen auf die Kontrolle die höchsten Entzüge an P (343 %), K (228 %) und N (239 %) sowie den höchsten TM‐Ertrag (230 %). Dies ist ein Hinweis auf den Synergieeffekt von P, K und S auf die N 2 ‐Bindung, der auch in der Kompostvariante wirksam war. Der nachgebaute Hafer erhöhte seinen Kornertrag auf 132 % (RP/2) bzw. bis auf 165 % (Varianten i–iv). Dies war auf eine erhöhte Kornzahl pro Rispe zurückzuführen. Die Ursachen lagen vor allem in der erhöhten P‐ und N‐Aufnahme (jeweils bis 172 %) des Hafers.