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Zu Eigenschaften, Horizontaufbau und Gliederung der „Haftnässepseudogleye”︁
Author(s) -
Müller Werner
Publication year - 1997
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19971600509
Subject(s) - physics , philosophy , humanities
Der Begriff „Haftnässe” bezieht sich auf Böden mit Sg‐Horizonten, in denen eine länger anhaltende Vernässung mit Luftmangel auftreten kann, ohne daß freies Wasser vorhanden ist. Die Haftnässe wird durch Wasser verursacht, das in Poren mit einem Äquivalentdurchmesser von 0,2 bis 50 μm in einem Saugspannungsbereich von pF 1,8 bis 4,2 auftritt, wenn der Horizont gleichzeitig nur eine geringe Luftkapazität aufweist. Es wird vornehmlich durch Kapillarkräfte bewegt und ist pflanzenverfügbar (nutzbare Feldkapazität). Bei einer Reihe von Böden treten unter den Sg‐Horizonten grobporenreiche, durchlüftete Horizonte auf, die die kapillaren Wasserleitbahnen unterbrechen. In ihnen werden reduzierte Eisenverbindungen aus den Sg‐Horizonten oxidiert und als rostfarbene Eisenflecken ausgefällt. Derartige Horizonte sind oft durch hängende Menisken feuchter, als darüber und darunter liegende Horizonte. Für sie wird das Symbol So vorgeschlagen. Die bei den Haft(nässepseudo)gleyen auftretenden Horizontfolgen führen zu einer unterschiedlichen Kontinuität der vornehmlich kapillaren Wasserleitbahnen. Auf Grund dieser Horizontfolgen wird folgende Differenzierung in Subtypen vorgeschlagen:„(Norm‐)Haft(nässepseudo)gley (SHn)” mit der Horizontfolge Ah/Sg/(II)So und Übergangssubtypen zur Parabraun‐ oder Fahlerde, „Mächtiger Haft(nässepseudo)gley (SHm)” mit der Horizontfolge Ah/Sg1/Sg2 und Übergangssubtypen zu Stau(wasserpseudo)gley, Gley, Aue oder Marsch.