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Atmung eines Bodens im Gemüsebau zu Beginn der Vegetationsperiode
Author(s) -
Blanke Michael M.,
Bacher Wolfgang
Publication year - 1997
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19971600408
Subject(s) - chemistry , physics , horticulture , biology
Auf einem sandig‐schluffigen Lehm wurde von März bis Mai 1996 die Bodenatmung mit einem neuen, tragbaren Gerät im Freiland und Gewächshaus gemessen:1 Das Gerät bewährte sich über einen weiten Temperaturbereich für Feldmessungen. 2 Der Freilandboden veratmete mit 26–180 mg CO 2 m −2 h −1 im Frühling bzw. im Frühsommer bis zu 700 mg CO 2 m −2 h −1 relativ wenig CO 2 im Vergleich zu anderen, z. B. obstbaulich genutzten Böden. Zwischen den Meßstellen im Freiland traten bei höheren Temperaturen größere Schwankungen auf als bei niedrigen Temperaturen. 3 Die höchste Bodenatmung mit den geringsten Schwankungen wurde im Frühsommer bei einem handelsüblichen Anzuchtsubstrat aus Torf in einer Vorratsmiete im Freiland gemessen. 4 Der Q 10 lag für Freilandboden bei 2,5 (±0,6) bei 5–25°C. 5 Die Atmung des gemüsebaulich genutzten Bodens wurde am stärksten von der Bodenbearbeitung – in unterschiedlicher Weise und in Wechselwirkung mit der Temperatur – beeinflußt: Pflügen eines kalten Bodens verringerte gegenüber dem eines warmen Bodens die Bodenatmung; Feinbearbeitung steigerte die Bodenatmung im Freiland und im Gewächshaus. 6 Gemüsebaulich genutzter Boden atmete bei 4°C 6–12 kg CO 2 , bei 14°C 40–50 kg CO 2 und bei 27°C 170–210 kg CO 2 pro ha und 24h und stellt eine CO 2 ‐Quelle dar, deren Beitrag für die Atmosphäre mit einer Bodenbearbeitung und steigender Temperatur zunimmt.