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Niederschlags‐Chemismus und atmosphärische Element‐Deposition in einem an der Nordseeküste von Schleswig‐Holstein gelegenen Agrarökosystem
Author(s) -
Mansfeldt Tim,
Blume HansPeter
Publication year - 1997
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19971600402
Subject(s) - chemistry , zoology , nuclear chemistry , biology
Ziel dieser Arbeit war es, den Niederschlags‐Chemismus und die Höhe der atmosphärischen Elementeinträge eines küstennah gelegenen Agrarökosystems in Dithmarschen, Schleswig‐Holstein, zu ermitteln. Hierzu wurde die atmosphärische Deposition von November 1989 bis Oktober 1991 mittels ständig offenen Sammlern auf Wochenbasis gesammelt. Im Deponat wurden die elektrische Leitfähigkeit, das pH und die Na + ‐, K + ‐, Mg 2+ ‐, Ca 2+ ‐, NH 4 + ‐, Cl − ‐, NO 3 − ‐ und SO 4 2− ‐Konzentrationen bestimmt. Das durchschnittliche volumengewichtete pH lag bei 5,5 und die durchschnittliche elektrische Leitfähigkeit bei 92 μS cm −1 . Natrium und Cl − waren mit 64% und 76% (Äquivalentkonzentration) die wichtigsten Ionen im Deponat und spiegeln den starken Einfluß des Meeres wieder. Der Anteil der Meeresalkalinität an Neutralisationsreaktionen in der Deposition ist zu vernachlässigen (1%). Dagegen waren NH 3 mit 63% und Carbonate mit 36% an einer Neutralisation beteiligt. Die Einträge betrugen 1990 und 1991 97,0 und 51,7 kg Na + ha −1 , 6,2 und 4,0 kg K + ha −1 , 15,0 und 8,4 kg Mg 2+ ha −1 , 13,2 und 10,4 kg Ca 2+ ha −1 , 12,3 und 9,5 kg NH 4 + ‐N ha −1 , 8,0 und 5,9 kg NO 3 − ‐N ha −1 , 168 und 83,1 kg Cl − ha −1 sowie 19,1 und 12,7 kg SO 4 2− ‐S ha −1 . Im Jahr 1990 häufiger auftretende Westwinde in Verbindung mit höheren Windgeschwindigkeiten verursachten höhere Einträge marinen Ursprungs. Berechnet auf Cl − ‐Basis waren im Mittel der Jahre 93% des Na + , 55% des K + 74% des Mg 2+ , 24% des Ca 2+ und 36% des SO 4 2− mariner Herkunft. Atmosphärische Einträge marinen Ursprungs deckten die Mg‐Entzüge zu 39–72% und die S‐Entzüge zu 21–37%. Die Nordsee stellt somit für diese Elemente eine wichtige Quelle im Hinblick auf die Versorgung von Pflanzen dar.