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Abbau‐, Sorptions‐ und Verlagerungsverhalten des Herbizides Diuron in einer obstbaulich genutzten Parabraunerde aus Löß
Author(s) -
Pätzold Stefan,
Brümmer Gerhard W.
Publication year - 1997
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19971600208
Subject(s) - gynecology , chemistry , microbiology and biotechnology , biology , medicine
In einem dreijährigen Feldversuch auf Parabraunerden aus Löß (Obstversuchsanlage Klein‐Altendorf bei Bonn) wurde gezeigt, daß auch bei regelmäßiger Anwendung praxisüblicher Aufwandmengen von 2–3 kg/ha keine Akkumulation biologisch wirksamer Rückstände des Herbizides Diuron zu erwarten ist. Nach der Frühjahrsapplikation findet im Sommerhalbjahr ein schneller Abbau der Rückstände statt. Die Beschreibung der Abnahme mit einer Funktion 1. Ordnung ergibt DT 50 ‐Werte von 14–30 Tagen. Bei Rückstandsgehalten von – je nach Aufwandmenge – 1600–2900 μg/kg Boden (0–5 cm Tiefe) unmittelbar nach der Spritzung waren ein Jahr nach der jeweiligen Applikation noch Rückstände von 46–77 μg Diuron/kg Boden in dieser Tiefe nachweisbar. Die verbleibenden Rückstände wurden im Laufe der Zeit zunehmend festgelegt, so daß auch vier Jahre nach der Anwendung noch geringe Rückstandsgehalte festgestellt werden konnten. Dieses Rückstandsplateau konnte durch die Anpassung von zwei gekoppelten Exponentialfunktionen für die schnelle und die langsame Rückstandsabnahme am besten beschrieben werden. Mit im Zeitverlauf abnehmenden Wirkstoffkonzentrationen nahmen die Verteilungskoeffizienten zwischen adsorbierten und gelösten Rückständen und damit die Stärke der adsorptiven Bindung zu. Die insgesamt extrahierbaren Wirkstoffkonzentrationen und die Verteilungskoeffizienten waren eng negativ miteinander korreliert. In den tiefgründigen Parabraunerden des Untersuchungsstandortes (Bodenart stark lehmiger Schluff) wurden wenige Tage nach der Applikation im Frühjahr 1994 nach 20 mm Niederschlag größere Wirkstoffanteile durch schnelle Verlagerung in bevorzugten Fließwegen (Makroporenfluß) bis in 30–60 cm Tiefe (6% der ausgebrachten Menge) und bis in 60–90 cm Tiefe (9% der ausgebrachten Menge) verlagert. Dagegen erfolgte die in den Winterhalbjahren 1992/93 und 1993/94 bei hoher Sickerrate stattfindende Verlagerung der noch nicht abgebauten, stark adsorbierten Diuron‐Rückstände fast ausschließlich durch chromatographischen Transport und war quantitativ unbedeutend. Damit kann Diuron bei Frühjahrsanwendung im Obstbau durch Makroporenfluß kurz nach der Applikation bis in größere Bodentiefen und möglicherweise bis in das Grundwasser transportiert werden, während eine Grundwassergefährdung im anschließenden Winterhalbjahr als gering einzustufen ist.

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